Archive für 'Tagesmeldungen'

Der Aufwand für deren Ermittlung

Die Informationsmittel IFB ist ein digitales Rezensionsportal für Wissenschaft und Bibliotheken. Dort informieren sich Bibliothekare und Fachbereiche über neue Titel und deren Relevanz. Einer der Hauptrezensenten hat sich von Annette Lose die Peter-Hacks-Vertonungen vorgenommen; leider ist es keine rechte Rezension mit einer soliden Bestimmung der Brauchbarkeit des Werkes, nach einer Übersicht über Inhalt und Einteilung fällt eigentlich nur folgendes Urteil:

Auf die bibliographischen Angaben in den einzelnen Teilen muß hier nicht im Detail eingegangen werden, doch dürfte der Aufwand für deren Ermittlung nicht unerheblich gewesen sein.

In der Sprache unserer amerikanischen Bündnispartner: Damn right. Die Rezension führt drei weitere Vertonungsverzeichnisse auf, von Hölderlin, Schiller und Mörike, und stellt dabei aber zwei Dinge nicht fest: Dass diese von Forschungsgruppen und zudem viele Jahrzehnte, wo nicht mehr als ein Jahrhundert nach dem Tod des Künstlers angefertigt wurden, wohingegen die Hacks-Vertonungen von einer Wissenschaftlerin allein und schon sechs Jahre nach dem Tod Hacks’ vorgelegt wurde.

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Buchloer SPD wählt Hacks in den Vorstand

Peter Hacks in der SPD! Einen Moment lang blieb uns die Luft weg:

Wenige Änderungen ergab die Neuwahl des SPD-Vorstands bei der Jahresversammlung. Als Vorsitzender wurde Peter Hack bestätigt, dessen Stellvertreter sind nunmehr Elfriede Wechs-Lück und Ralf Strohmayer.

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„Mit Habermas in Amerika, das wärs“

Ja, das wärs: alle rüberschicken und ohne Rückflugticket, da stimmen wir zu. Es geht aber nicht um unsere feuchten Träume, sondern um eine Rezension von Martin Walsers Tagebüchern in der Wochenzeitung „Die Zeit“:

„Mit Habermas in Amerika, das wärs“
Ein Schicksal namens Marcel Reich-Ranicki: Martin Walser offenbart in seinen verstörenden Tagebüchern aus den Jahren 1974 bis 1978 das ganze Seelendrama eines Schriftstellers.

Gegen ein Schiksal namens Mandy hätte wohl keiner was, aber so? Und dann auch noch dies:

Günter Grass organisiert seit Jahren gewohnt kraftvoll sein Nachleben in seinem eigenen Museum in Lübeck; Erinnerungen, Tagebücher, Briefe und Stasiakten erscheinen unablässig. Und während Hans Magnus Enzensberger seine Briefwechsel mit Peter Hacks und Uwe Johnson aus den Archiven herauslässt, polemisiert er als Weltbürger munter missvergnügt gegen die provinzielle Europäische Union.

Immerhin: „Die Zeit“ nimmt zur Kenntnis.

Sie können gar nicht mehr aufhören

Klassik will das kreativ gesinnte Publikum einschüchtern, es entmutigen, ihm zeigen: Lasse das private Kunstmachen sein, andere können es besser, nimm es von ihnen. Und dann dies:

Eine Punktlandung bei unserer kleinen Forschergruppe schafft dafür ein auf den ersten Blick eher unauffälliger Kandidat: die Gedichtsammlung “Sieben kecke Schnirkelschnecken”, herausgegeben von Sibylle Sailer und illustriert von Sabine Büchner. Die kurzen Gedichte, u.a. von Josef Guggenmoos, H.C. Artmann, Peter Hacks und Robert Gernhardt, sind so großartig ausgesucht, dass wir gar nicht mehr aufhören können mit der Reimerei.

Wenn sie einen Sonnenaufgang sehen, wollen sie auch einen basteln.

schuhuplakat

ja, auch Christa

Peter Hacks und Volker Braun, ja, auch Christa Wolf sind hier die herausragenden Namen.

Wiglaf und Antonio

Wiglaf Droste macht’s wie Vivaldi. Der hat bekanntlich 462 mal dasselbe Stück geschrieben, und das war nicht einmal von ihm.

Diesmal beim SWR.

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Hacks Antisemit? Eine Stellungnahme

Der hier wiedergegebene Beitrag wurde verschiedenen linken Organen angeboten. Diese haben den Text abgelehnt. Wir freuen uns, dass der Autor daraufhin uns erlaubt hat, seine Stellungnahme abzudrucken.

Detlef Kannapin
Allsehend

Seit Herbst 2007 erscheint im VAT Verlag André Thiele in Mainz ein Periodikum zu Leben, Werk und Nachwelt des Dichters Peter Hacks. Es trägt den Titel Argos und verweist damit sowohl auf den Anspruch der Klassik im Werk von Hacks selbst als auch auf die etymologische Grundierung des Begriffs. Argos Panoptes, ein Nachfahre des Zeus, war am ganzen Körper mit Augen ausgestattet, von denen mindestens eines immer wach blieb. Prädestiniert als Wächter der Io, einer Geliebten des Zeus, war Argos somit allsehend – die Überlieferung der Argus-Augen zeugt davon. Er wurde freilich späterhin doch noch überlistet. Die Augen endeten dann als Schmuckwerk im Pfau.

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Einsatz und Anspruch

Morgen ist Hacks-Geburtstag. Die Zeitung junge Welt bringt auch etwas.

Heidi Urbahn de Jauregui
Einsatz und Anspruch
Die schwierige Vereinbarkeit von Glauben und Kunst bei Bertolt Brecht und Peter Hacks

Unter dem Motto »Gute Leute sind überall gut. Hacks und Brecht« fand am 6. November 2009 in Berlin die zweite wissenschaftliche Tagung der Peter-Hacks-Gesellschaft statt. Die Materialien zur Konferenz erschienen soeben im neu gegründeten Aurora-Verlag, Berlin (hrsg. von Kai Köhler, 160 S., brosch., 12,95 Euro, ISBN 978-3-359-02501-6). Wir veröffentlichen aus dem Band eine um Fußnoten und einige Passagen gekürzte Fassung des Vortrags von Heidi Urbahn de Jauregui. Die in Montpellier lebende Literaturwissenschaftlerin hatte seit Mitte der 70er Jahre persönlichen Kontakt zu Peter Hacks (1928–2003), dessen Geburtstag sich am 21. März zum 82. Mal jährt.

Gedenkbusiness as usual.

Ohrfeige für Idioten

junge Welt glaubt, die Aufnahme eines von einem Redakteur von junge Welt herausgegebenen Buches mit Texten aus junge Welt beim Publikum dadurch zu fördern, dass junge Welt einen festen freien Mitarbeiter von junge Welt beauftragt, in junge Welt so darüber zu schreiben:

Reinhard Jellen
Ohrfeigen für Idioten

Die Tageszeitung junge Welt kann sich sicher einige Verdienste zuschreiben und eine dieser Leistungen ist die Würdigung des Dichters Peter Hacks. Lange bevor sich auch Teile der bürgerlichen Medien zu einer umfassenderen Beurteilung seines Werks durchringen konnten, welche bislang durch fünf literaturtheoretische Positionen (Brecht-Epigone, in die DDR übergesiedelt, befürwortete die Ausbürgerung Biermanns, nicht in das Lager der Dissidenten übergewechselt, sondern hat im Gegenteil den Sozialismus und die DDR verteidigt) gekennzeichnet war, wurde in der jungen Welt der Stellenwert des letzten großen deutschsprachigen Dichters richtig eingeschätzt und dieser entsprechend geehrt.

Das alles stinkt natürlich ein bisserl nach selbst eingebrachtem Weihrauch,  - das tut es aber in der katholischen Kirche auch und es scheint ihr nicht zu schaden. Man darf junge Welt, wenn man dort so weitermacht, also eine große Zukunft vorhersagen; nicht als Organ kritischen Denkens, natürlich, aber doch wenigstens als verschworener Glaubensgemeinschaft.

Wir sehen uns auf der Messe!

In den kommenden Tagen wird es hier etwas ruhiger, denn alle Verlags-Mitarbeiter sind auf der Leipziger Buchmesse oder sonst abwesend.

Wenn Sie sozusagen live verfolgen wollen, was geschieht, dann schauen Sie gelegentlich bei  Twitter nach, wir werden versuchen, öfter zu berichten.

Sie finden uns in Halle 3 an Stand E200.

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm haben wir auf der Verlagsseite eingestellt.

Für Hacks-Freunde: Am Samstag laden wir um 19:30 Uhr zur Peter-Hacks-Soirée und am Sonntag, dem 82. Geburtstag des Dichters, veranstalten wir um 10:30 Uhr eine Diskussionsrunde zum Thema „Peter Hacks und die Frauen“ mit Heidi Urbahn de Jauregui und Felix Bartels.

Kommen Sie vorbei! Wir freuen uns auf ein Treffen mit Ihnen.

Es war nichts los

So lange ist das noch gar nicht her, da malten die jedes Rot als Grau in Grau.  Und plötzlich steht das Neue Deutschland aufs Bummsfidele:

Wenn man als DDR-Bürger von einem Trip nach Budapest zurückkehrte nach Berlin und abends die Schönhauer Allee entlang schlenderte, war der Unterschied in der Lebenskultur eklatant bemerkbar. Von wegen: »Wenn auf der Schönhauser die Lichter erglühn, in Berlin, in Berlin …« – wie es in einem Schlager hieß. Es war nichts los.

Das hat auch Peter Hacks einmal beschrieben: »Die DDR ist das langweiligste Land der Welt.« Aber es stand in den 70er, 80er Jahren im Osten an der Spitze, was sozialen Wohlstand betraf. Und es gab eine moderne Kulturszene.

Ob aber es vom Peter Hacks so gemeint war, wie der ungarische Aushilfsliberale György Dalos es verstanden hat  - ich habe da so meine Zweifel. Hacks nämlich neigte dazu, in manchem Grau in  Grau noch ein sehr kräftiges Rot zu sehen.

War Jesus Sozialist?

Dietmar Dath nervt gewaltig! Er hat ein neues Buch vorgelegt  - Sie sehen uns erbleichen, sind wir doch nicht einmal mit dem letzten durch. Und dann war da zwischendurch noch das über Rosa Luxemburg. Dath, das ist die Formel 1 des Denkens. Der Mann schreibt zum Verzweifeln schnell …

Man kann Daths Monographie als den gelungenen Versuch lesen, die theoretischen Gemeinsamkeiten zwischen Lenin und Luxemburg herauszuarbeiten. Die Kritik Luxemburgs an der straffen Parteiorganisation der Bolschewiki wird für Dath zum Eigentor. Vergleicht man, so schreibt er, den Verlauf der russischen Revolutionen von 1905 und 1917 mit dem der gescheiterten deutschen Revolution von 1918/19, dann hätten Lenins Argumente zumindest damals einiges für sich gehabt. Aber was heißt das für heute? Da ist erst einmal festzuhalten, dass es keinen inneren Zusammenhang zwischen Demokratie und kapitalistischer Entwicklung gibt. Die Gleichsetzung “freier Markt = Demokratie” habe nicht mal im Kalten Krieg, als der Kapitalismus sich von seiner schönsten Seite zeigen wollte, problemlos funktioniert.

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Ob Peter Hacks ein Antisemit gewesen sei?

Daniel H. Rapoport hat im letzten, fünften Heft des Hacks-Journals ARGOS einen beachtlichen Essay vorgelegt unter dem zugegebenermaßen etwas barocken Titel „Die reizlose Seite des Humanismus. Widerwillige Untersuchung der Frage, ob Peter Hacks ein Antisemit gewesen sei“.

Nachdem der Dichter Peter Hacks gestorben war, mehrten sich öffentlich vorgetragene Verdächtigungen, er hätte vielleicht ein heimliches Ressentiment gegen die Juden gehegt. Aus der Beschäftigung mit dieser Unterstellung ist der vorliegende Aufsatz entstanden.

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