Archive für 'Darbietungen'

Uraufführung von »Der Maler des Königs«

Hacks’ Drama »Der Maler des Königs« gehört zum Spätwerk, nimmt in diesem allerdings eine Sonderstellung ein, weil es weniger gesellschaftliche Fragen, als vielmehr die Frage nach Position und Funktion des Künstlers in der Gesellschaft und im Staat in Angriff nimmt und augenscheinlich die Bedeutung von persönlicher Konkurrenz für die Kunst behandelt.

Der Drei Masken Verlag, München - Hacks’ Theaterverlag - meldet nun die Uraufführung des 1991 veröffentlichten Werkes:

‘Uraufführung von »Der Maler des Königs«’  »

Schimanski überzeugt

Johannes Bruggemaier bespricht die Bremer Inszenierung von „Der Schuhu und die fliegende Prinzessin“ ausführlich und geradezu rühmend:

Es ist eine fantastisch bunte Welt, in der Hacks subversiv gängige Herrschafts- und Wirtschaftsmuster karikiert. So muss natürlich die rührselige Lovestory, die sich zwischen dem Schuhu und einer Prinzessin (Carina Gerwig) entspinnt, ein ernüchterndes Ende finden: Die Schöne erliegt dem Reichtum eines schmierigen Unternehmers. „Starosta Shipping“ heißt dessen Firma, und ihr blaues Logo erinnert verdammt stark an eine bekannte Bremer Reederei.

Ein großartiges Stück, ein bemerkenswerter Hauptdarsteller, ein im Wesentlichen überzeugendes Regiekonzept. Hätte Schimanksi nur halb so viele Popsongs trällern lassen: Der Abend wäre grandios geworden.

Nach Irmers Besprechung allerdings wissen wir, dass man das mit den Popsongs auch anders sehen kann.

Hacks-Geburtstag im Zebrano-Theater

Am Sonntag, den 21. März, lädt das Zebrano-Theater in Berlin um 19:30 Uhr zum Hacks-Geburtstag ein.

Marco Tschirpke trägt „Der Himmel ist voll Dampf“, sein Programm mit Lieder von Peter Hacks vor. Er wird begleitet von der bezaubernden Pianistin Waejane Chen.

Neben den Kompositionen von Marco Tschirpke bereichern Hacks-Vertonungen von Sebastian Krämer, Matthias Binner, Henry Krtschil und Andre Asriel das Programm. DER HIMMEL IST VOLL DAMPF ist ein Liederabend mit kleinen Meisterwerken, die Hacks’ klassischen Geist im mitdenkenden Hörer wiederzuspiegeln vermögen.

Wer nicht kommen kann, kann sich „sozialen Netzwerk“ wenigstens auf CD anhören.

Brechtsche Kargheit

junge Welt hat Stefan Amzoll zur Premiere von Der Geldgott nach Zinnowitz geschickt.

Hacks’ Komödie nach Aristophanes ist lütt. Und scharfsichtig. Ein Kammerspiel mit acht Figuren. Dafür taugt die unter einem Blechdach befindliche Bühne in Zinnowitz wunderbar. Nichts an Inventar, Kostümen, Masken, was über Brechtsche Kargheit hinausginge. Dafür fehlt den Vorpommerschen Bühnen wohl auch die Pinke.

Armut adelt, doch wir bleiben bürgerlich. - Amzoll beschreibt umfassend und plastisch, am Ende trifft er einen Bekannten:

Der Schluß war dann wieder etwas verläppert. Das fand auch Regisseur Manfred Dietrich, der die Uraufführung des Stückes 1993 am Theater Greifswald besorgt hatte und unter den Zuschauern weilte. Das Spiel der Studenten der Theaterakademie Zinnowitz hat auch ihn begeistert.

Oder hat er Manfred Dietrichs Meinung doch bei uns gelesen? Mer waas es net, mer munkelt’s nur.

Eulenspiegel präsentiert - Vorsicht Hacks!

Die Buchmesse in Leipzig kommt näher: Der Eulenspiegel Verlag organisiert einen Hacks-Abend in der Lokalität Horns Erben:

Fr, 19.03.10 20:00
BUCHMESSE SPEZIAL: EULENSPIEGEL präsentiert - Vorsicht Hacks!
Ein Peter-Hacks-Abend mit Wiglaf Droste

Wiglaf Droste liest Bekanntes und Unbekanntes von und über Peter Hacks. Droste, bekennender Hacks-Fan, hat nach eigenem Gusto ein Hacks-Programm für Erwachsene zusammengestellt, süffig und süffisant, dabei stets leicht, charmant, klug und unverschämt – eben genau so, wie man Hacks bringen muss! Droste wird musikalisch begleitet vom Berliner Liedpoeten Danny Dziuk, der wie Droste, Texte von Hacks vertont hat. Es wird also gesungen: Zweistimmig!!

Wir gratulieren zur Idee - einstimmig!!

„So ist es eben“

Nachdem der Nordkurier bereits eine Probe von Jürgen Kerns Inszenierung „Der Geldgott“ gesehen hat, folgt nun ein Premierenbericht:

„Das Geld verdient sich selbst“, lehrt ihn der goldige Geldgott Pluto (Reiko Rölz), der – von göttlich verordneter Erblindung und Gleichmacherei geheilt – den Reichtum nun wieder dorthin verteilen kann, wo schon welcher ist.

Hacks provoziert mit dem Stück nicht nur gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern auch gegen die Künste in Zeiten der Gier:

Und der intelligente Stichler Hacks gönnt sich dazu gleich noch ein Porträt der Kunst und anderer Leidenschaften unter der Allmacht des Marktes: Wer zahlt, hat das letzte Wort.

In diesem Fall – süffisante Persiflage auf den in antiken Dramen die Volksmeinung abbildenden Chor - der Betriebsrat Herr Kohr (Rainer Karsitz) als einziger Abgesandter eines Unternehmens, das die Vorstellung gekauft hat.

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Fortunas Riesenbanane

1993 wurde Hacks’ Drama „Der Geldgott“ am Theater Greifswald uraufgeführt. Der Regisseur war Manfred Dietrich. In den letzten Tagen hatte „Der Geldgott“ gleich zweimal Premiere, einmal in Zinnowitz und einmal in Frankfurt am Main.

Es müsste natürlich von besonderem Interesse sein, zu erfahren, was ein erfahrener Hacks-Regisseur und ausgewiesener Kenner von „Der Geldgott“ zu den jüngsten Bemühungen sagt. Wir freuen uns deshalb außerordentlich, unseren Lesern mitteilen zu können, dass Manfred Dietrich die Premiere in Zinnowitz besucht und exklusiv für die Peter Hacks Seite eine prägnante Kritik verfasst hat:

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Fifine verkauft!

„Der Geldgott“ von Peter Hacks feierte am Samstag in Frankfurt am Main im freien Theater an den Landungsbrücken Premiere. Darüber schreibt die Frankfurter Neue Presse:

Wo das Geld knapp ist, verlieren Liebe und Ehre an Bedeutung. Dabei schien das Schicksal es gut mit ihm zu meinen, schickte es ihm doch den blinden Geldgott Pluto. Chremylos investierte in dessen Heilung und verließ sich darauf, reich belohnt zu werden. Doch sehenden Auges zieht Pluto die Gesellschaft Lüsterblicks und seiner «Geschäftspartnerin» Frau Beutelrock vor, die das Leben ohne Arbeit zu feiern wissen. Der durch Fehlinvestition in Finanznöte geratene Töpfer verkauft Fifine an Lüsterblick und nimmt darüber hinaus Kredit bei Beutelrock. Am Ende ist er reich, aber innerlich leer.

Das Fazit über die Inszenierung von Paradiesmedial fällt lobend aus:

Wieder einmal raffiniert und experimentierfreudiges Raumtheater, bei dem Detlev Nyga den Geldgott tänzerisch und bigott gibt, Mario Krichbaum als Chremylos und Svenja Assmann (Fifine) eine unheilige Paar-Allianz eingehen. Sandra Lührs Goldsträhnen verpassen der Fortuna den rechten Schliff, während Lüsterblick (Paddy Twinem) und Beutelrock (Ariane Klüpfel) ein frivoles Paar geben. Theaterchef Linus Koenig ist als Khor der Joker im Spiel.

„Armer Ritter“ in Chemnitz

„Erst vergammeln die Zwecke, dann die Mittel“, sagte Peter Hacks, und das Theater Unart fragt:

Wozu, ehrlich, uneigennützig, mitfühlend, zurückhaltend zu sein, wenn die anderen unehrlich, egoistisch und clever sind? Man nimmt sich zurück und lässt die anderen machen. Die Werte verkommen. „Nein“ zu sagen muss gelernt werden. Hacks lässt es in „Armer Ritter“ an solchen Bezüglichkeiten wimmeln.

Die Theatergruppe „Unart“ inszeniert das Stück „Armer Ritter“ in seiner typischen Form: Die Ausstattung ist spartanisch. Die Inszenierung lebt vom Spiel der Darsteller und vom Rhythmus der Sprache.

Der Chemnitzer Veranstaltungskalender kündigt die nächste Aufführung für den 27. Februar an.

Vorschusslorbeeren für „Der Geldgott“

„Eine intelligente Betrachtung der Gegenwart auf der Bühne“, meint die Die Ostsee-Zeitung meint über die Inszenierung des Hacks-Stücks „Der Geldgott“ von Jürgen Kern.

Als er dem Intendanten im Oktober seine Zusage gab, das vergnügliche Gegenwartsstück zu inszenieren, wusste er noch nicht, „dass es wahnsinnig schwer wird“. „Weil Hacks sehr intelligente, aber nicht umgangssprachliche Texte mit Bezüglichkeiten und Anspielungen schreibt“, nennt Kern einen Aspekt der Herausforderung für Schauspieler und Regisseur. Hinzu kommt, dass die Mimen – Eleven im 4. Jahr – mit goldenen und andersfarbigen Masken auf der Bühne stehen. „Für den Betrachter erhöht das den Schauwert, für die Darsteller war es eine weitere Herausforderung. Das macht es aber so reizvoll“, findet Kern.

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Was der Teufel alles träumt

In Leipzig singt am Samstag Gina Pietsch Hacks-Vertonungen. Hannes Zerbes begleitet die eigentliche Brecht-Interpretin dazu am Piano. Das Album zum Konzert heißt „Was träumt der Teufel“ und ist bei Eulenspiegel erschienen.

Die Leipziger Termine kündigen einen besonderen Abend an:

Über Träume und die Frage nach ihrer Realisierung, über Leben und Kunst eines großen Mannes, der einer der unseren wurde, ein Kind Berlins und seiner Umgebung, was ihm nicht in die Wiege gelegt war. Sinnlich in den Liebesgedichten, spaßig für die Kinder und vernunftgierig bis in Zeiten hinein, da der mainstream anderes vorzieht.

Der Auftritt findet im Polstergeschäft „Kallenbach“ statt. Für angenehme Bestuhlung dürfte gesorgt sein.

„Jawohl, das ist gut”

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Ein Vogel - selten allein

Der Elftklässler Paul Vogel spielt die Hauptfigur Hoffmeier in dem Stück „Die Vögel“ von Hacks nach Aristophanes. Die Chemnitzer Freie Presse besucht eine Theaterprobe der Gymnasiasten für eine Inszenierung im Kulturforum „Stadtpark“ in Frankenberg. Paul Vogel lockt Elvira Grecki, eine professionelle Darstellerin am Schauspielhaus in Chemnitz, die das Üben unterstützt, aus der Reserve:

„Jawohl, das ist gut”, ruft die Berlinerin begeistert. Erleichterung beim Ensemble und auch bei Sabine Mai. Trotzdem: Bis zum Freitag muss noch der letzte Schliff erfolgen, schließlich möchte die Theatergruppe an die erfolgreichen Auftritte der Vorjahre anknüpfen.

Im März würden die Jugendlichen dann auch gern bei den Chemnitzer Theatertagen auf der Bühne stehen. In den vergangenen Jahren ist das der Laienspielgruppe immer wieder gelungen. Seit 16 Jahren existiert die Gruppe unter Leitung von Sabine Mai, und immer mehr Gymnasiasten begeistern sich für die Theater-AG.

Die Premiere findet am Freitag statt. Bis dahin proben die Schüler täglich drei Stunden am Stück. Die Zeit sei knapp, so die „Freie Presse”.

Die übersetzte Erbschleicher-Posse

Das Tourneetheater Der grüne Wagen zieht mit dem Saul O’Hara-Stück „Heiraten ist immer ein Risiko“ noch immer durch die Landen und tritt am 18. Januar in Dorsten auf. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung geht in der Ankündigung für das Stück, bei dem Thomas Stroux und Petra Liederer die Hauptrollen besetzten, auch auf die Umstände von Hacks’ Pseudonym ein:

Wie eine Kriminalkomödie liest sich […] die Entstehungsgeschichte von „Heiraten ist immer ein Risiko”. Saul O’Hara ist nämlich das Pseudonym des DDR-Dramatikers Peter Hacks (1928 bis 2003). Anno 1960 bot Hacks einem Münchner Verlag unter dem Titel „Risky Marriage” die Persiflage einer typisch englischen Kriminalplotte an, verfasst vom vermeintlichen irischen Literaten und Nationalökonomen Saul O’Hara aus Cork. In ihrer vermeintlichen deutschen „Übersetzung” kam die Erbschleicher-Posse unter dem Titel „Heiraten ist immer ein Risiko” 1962 in Wien zur Uraufführung.

„Der Geldgott“ auch in Frankfurt am Main

Die Information ist spärlich: Auch die Landungsbrücken in der Frankfurter Gutleutstraße führen von Peter Hacks „Der Geldgott“ auf. Premiere ist am Donnerstag, den 11. Februar; weitere Vorstellungen sind am 12. und am 13. Februar.

Maria Piniella inszeniert das Stück. Darsteller sind: Mario Krichbaum, Detlev Nyga, Ariane Klüpfel, Paddy Twinem, Linus Koenig, Sandra Lühr und Svenja Assmann.

Die Aufführung ist eine Koproduktion mit paradiesmedial, einer Plattform aus Frankfurt/Main, über die sich freie Theaterproduktionen präsentieren.

Am 13. Februar spielt auch die Vorpommersche Landesbühne „Der Geldgott“. Der Regisseur Jürgen Kern sagt über das Stück:

Peter Hacks’ Stück „Der Geldgott” ist von brisanter Aktualität. Es streiten der Geldgott mit der Göttin Fortuna und deren Tochter Paupertas - der Göttin der Armut. Hacks nutzt den alten Stoff des Aristophanes, den dieser in seinem Stück “Der Reichtum” aufgeschrieben hat, um deutlich werden zu lassen, dass der Mensch bereit ist, sich dem Geldgott gänzlich zu unterwerfen. Hacks hat ein Stück von unglaublicher, komödischer Intelligenz geschrieben. Die klugen, vielseitigen, ja brüchigen Dialoge machen die Figuren auf besondere Weise vergnüglich und lebendig. Wenngleich das Stück fast 20 Jahre alt ist, wirken alle aktuellen Bezüglichkeiten, als wäre das Stück vor wenigen Wochen verfasst.

Der Geldgott in Vorpommern

Auf der zunehmend einen regelmäßigen Besuch werten Webseite der Peter Hacks Gesellschaft (PHG) finden wir die Information, dass an der Vorpommerschen Landesbühne mit den Absolventen der Theaterakademie Vorpommern in Zinnowitz Peter Hacks’ Stück „Der Geldgott” inszeniert wird.

Die Premiere ist für den 13. Februar 2010 angekündigt. Hacks’ Theaterverlag Drei Masken in München verzeichnet diese Inszenierung noch nicht.

Die PHG meldet weiterhin:

‘Der Geldgott in Vorpommern’  »