So sehr Felix Bartels in seiner Studie »Leistung und Demokratie« versichert, daß es ihm darin hauptsächlich um eine Untersuchung der Beziehung von Dichter und Zeit geht, so wenig glauben wir, daß diese Inhalte nicht auf unsere Gegenwart anwendbar sind. So gesehen verhandelt Bartels an einem zurückliegenden Gegenstand die Sarrazin-Frage, und er tut das, soweit wir sehen, besser als der gegenwärtige Blätterwald.
Martin Hatzius (Neues Deutschland) kommt in seiner Rezension von »Leistung und Demokratie« zu ähnlichen Schlüssen: ‘Denkwürdigkeiten’ »
Die Akademie der Künste in Berlin hat eine komplette Audio-Aufzeichnung der Präsentation der »Berlinischen Dramaturgie« am 19. Oktober online gestellt.
Von 1972 bis 1990 hat sich Peter Hacks regelmäßig mit Künstlerkollegen, Literaturwissenschaftlern und Kulturpolitikern zur Dramatik und Ästhetik in Hinblick auf ihre gesellschaftliche Bedeutsamkeit und Wirkung ausgetauscht. Die Protokolle der 30 Gespräche aus dem Bestand des Historischen Archivs der Akademie der Künste sind im Aurora Verlag erschienen.
Die Dokumentationen von Live-Diskussionen rund um Hacks’ Werk nehmen zu, ein absolut begrüßenswerter Vorgang.
Am 6. November fand in Berlin die dritte wissenschaftliche Peter Hacks Tagung statt, ausgerichtet von der Peter Hacks Gesellschaft e.V.. Der Tagungsband mit den Beiträgen wird im März 2011 im Aurora Verlag erscheinen. Eine kurze Auswertung, mit einem launigen Beitrag von Felix Bartels, findet sich hier.
Ein zentraler Vortrag war der von Dietmar Dath unter dem Titel »Growing Nervous: Lord Byrons antiromantische Romantik«. Auf YouTube wurde soeben von unbekannter, darum von uns um nichts weniger herzlich geschüttelter Hand eine Serie von Videos eingestellt, die den ganzen Vortrag umfassen sowie die anschließende Diskussion. - Ein sehr schönes Dokument einer lebendigen geistigen Auseinandersetzung.
‘»Growing Nervous« im TV’ »
Wir erhalten folgende Zuschrift, die unsere geschätzten Leser interessieren könnte:
Liebe Herren!
Da mich die Hacks-Site zum Kommentieren nicht mehr reinläßt, auf diesem Weg:
Klingt spannend, diese Tagung vom letzten Samstag. Wäre ich gern hingekommen. Leider war ich nicht da. Schreibt zumindest die Berliner Zeitung, die auch von einer Suhrkamp-Ausgabe der “Maßgaben” weiß. Auch das klingt interessant. Auch damit hatte ich nichts zu tun. Werd mir wohl mehr Mühe geben müssen.
Gutgelaunt grüßt: Dath
Nachricht an den Gutgelaunten: Das »Neue Deutschland« vermerkt heute, dass er doch da war. Wir können also beruhigt sein; all die Dath-Anekdoten, die uns von der Hacks-Tagung hinterbracht worden sind, sind wahrscheinlich genau so erstunken und erlogen, wie wir uns das schon gedacht haben, aber sie haben offensichtlich doch immerhin so viel Substanz wie die von Pasiphae hinterbrachten Hacks-Anekdoten.
Wir wissen aus sicherer Quelle, dass die dritte Hacks-Tagung in Berlin am vergangenen Wochenende die beste bisher veranstaltete gewesen ist, und wir gratulieren der Peter Hacks Gesellschaft e.V. dazu, nicht nachzulassen, sondern das Niveau kontinuierlich zu steigern. Das Presseecheo war, bisher, schwach, aber in der Berliner Zeitung findet sich ein langer und absolut lesenswerter Artikel:
Mit Ausnahme des Literaturprofessors Theodore Ziolkowski aus Princton/USA [...] trugen ausnahmslos junge, teils noch nicht promovierte Wissenschaftler ihre Gedanken vor, denen naturgemäß jedes nostalgische, sentimentale Herangehen an Hacks fremd ist, die sich als außerordentlich kenntnisreich erwiesen.
Solange es solchen akademischen Nachwuchs gibt, ist Deutschland nicht verloren.
Unsere Sammlung von Fundstellen und Ereignissen: Peter Hacks im Netz und andernorts. Ohne Gewähr, dafür mit Pepp.
8. November 2010 - »Dazu passt seine Hommage an die „sozialistische Klassik“ und „Hausgott“ Peter Hacks, dessen ohnehin schon wagemutig eingedampfte Kurzlyrik Tschirpke, na was wohl, einkürzt.«
‘Monatsübersicht (November 2010)’ »