Diese Überschrift mussten wir einfach machen. Und sie hat sogar etwas mit Peter Hacks zu tun:
Und Peter Hacks? “Der verkauft sich im Osten wie im Westen”, lacht Oehme. Zahlen spielen da keine Rolle. Hier handelt es sich um einen Fall von Literaturdenkmalpflege. Mit Raffinesse. An den Suhrkamp-Verlag hat Oehme die Lizenz für Hacksens Aufsätze “Die Maßgaben der Kunst” vergeben. Eine indirekte Werbemaßnahme, um Hacks im Westen durchzusetzen. Man leistet sich also kleine Abenteuer. So hat der Germanist Oehme, der in Leipzig über Schiller promovierte, bei Eulenspiegel und im Hamburger Konkret Literaturverlag die Hacks-Polemik “Zur Romantik” auf den Markt getragen. Man brachte es auf identische Verkaufszahlen in Ost und West. Die Randgruppen berühren sich.
Ein kurioser, absolut lesenswerter Artikel von Christian Eger zu einigen Realitäten im Ost-West-Verhältnis.
Am 4. September hat »Die Sorgen und die Macht« von Peter Hacks am Deutschen Theater in Berlin in der Regie von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner Premiere. Dass es sich um ein gesellschaftlich-politisches Ereignis handelt, ist schon jetzt klar.
Wir dokumentieren hier alle relevanten Beiträge rund um die Inszenierung, die uns zugänglich sind.
Für eine solide Auseinandersetzung mit »Die Sorgen und die Macht« empfehlen wir das neueste Heft des ARGOS, in dem in vier Essays Stück und Skandal umfassend behandelt werden.
17.9.2010 - Evelyn Finger in DIE ZEIT: »Solche Flüche tun uns gut. Das Deutsche Theater spielt Peter Hacks’ “Die Sorgen und die Macht” als Groteske zur Deutschen Einheit.«
17.9.2010 - Und Gunnar? Wo bleibt Gunnar? Ah, hier: »Peter Hacks, der selbsternannte Klassiker [...], der es derzeit – und nicht nur unter Stalinisten, sondern auch bei FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher – wieder zu hohem Ansehen bringt [...]«
‘Sammlung zu »Die Sorgen und die Macht«’ »
Gestern fand im Deutschen Theater Berlin die Premiere von »Die Sorgen und die Macht« statt. Felix Bartels wird im kommenden Argos eine ausführliche Kritik zu dieser Inszenierung veröffentlichen. Für die Peter Hacks Seite hat er einen ersten Bericht von der Premiere am gestrigen Abend angefertigt, den wir hier einstellen:
Nudge-and-Wink-Parade
Daß man nach gefühlten 200 Jahren an den Bühnen des DT wieder einen Hacks gibt, ist ein Ereignis, dem man nicht anders als mit Freude begegnen kann. Daß man den Hacks dort auf eine Weise gibt, die wenig mit dessen Vorstellungen von Theater zu tun hat und dafür viel mit denen unserer Zeit, ist etwas, das man erwarten konnte. Jürgen Kuttner und Tom Kühnel haben die Erwartungen übertroffen, indem sie sie enttäuscht haben. Man steht ein bißchen davor wie Hacksens Ascher, zufrieden und unzufrieden zugleich: »Ich habe es gewollt, und ich habe es bekommen, und ich habe es nicht so bekommen, wie ich es gewollt habe – das versteht sich ja für uns Menschen von selbst.« Fröhlich resigniert eben, und ich scherze nicht. Wenn der Preis der Aneignung des Dichters Hacks der ist, daß die Zeit ihn auf ihre Weise aneignet, dann soll es sein. Freilich muß sie sich dann auch gefallen lassen, daß man ihre Ergebnisse mit denen anderer Zeiten vergleicht. Erfolg rechtfertigt vieles, Mißerfolg ist nicht zu rechtfertigen.
Der andere Hingucker ist Jürgen Kuttner. ‘Die Premiere von »Die Sorgen und die Macht«’ »