Als die Peter Hacks Seite 2005 den Betrieb aufnahm, waren die Hacks-Freunde verstreut und isoliert. Die Peter Hacks Seite berichtete tagesaktuell über alle Aktivitäten rund um den Dichter und dokumentierte damit, wieviel insgesamt geschah und ermutigte viele, sich am Bestehenden zu beteiligen bzw. Neues zu bewirken. Die Hacks-Seite war fünf Jahre lang das zentrale Forum der das Internet benutzenden Hacks-Nachwelt. Indem sie das Hacks-Publikum mit sich selbst beeindruckte, schuf sie es zugleich.
Das Ziel ist erreicht.
Man muss den Leuten Hacks nicht mehr aufschwatzen: Es gibt jetzt ein zunehmend kundiges Hacks-Publikum, es gibt viele aktive Hacks-Institutionen, es gibt Medienaufmerksamkeit, es gibt Wissenschaft. Wir müssen folglich nicht mehr einen Boden schaffen, auf dem man arbeiten kann, diesen Boden gibt es, man muss nun auf ihm stehen und vorangehen.
Der Anspruch, täglich über alle Aktivitäten in der Hacks-Nachwelt zu berichten, ist obsolet geworden. Nicht mehr die Quantität der Aktivitäten zum Dichter ist das zentrale Argument, sondern deren Qualität.
Die Phase der Popularisierung von Hacks ist abgeschlossen.
Kleine Kinder am Strand, wenn sie ihre erste Muschel finden, bringen diese triumphierend zu den Eltern und hören, von deren wohlwollender Begeisterung motiviert, schier nicht mehr auf, Muscheln anzuschleppen. Irgendwann ist der Moment da, wo das Kindlein lernen muss, dass es der Muscheln viele gibt, der Perlen aber wenige.
Die Peter Hacks Seite ist ab sofort nicht mehr tagesaktuell und hat nicht mehr den Anspruch, allumfassend zu sein. Statt nur wiederzugeben, was andernsorts geschehen ist, wird sie das Geschehen stärker setzen und sein. Sie wird nicht mehr von den Nachrichten anderer berichten, sondern ihre Mitteilungen werden selbst die Nachricht sein.
Wir brauchen keinen Journalismus mehr, wir brauchen Wissenschaft.
Die Mitarbeiter der Peter Hacks Seite ziehen sich damit zugleich in gewisser Weise aus dem Internet in die alten Medien zurück, und sie bitten ihre Leser, ihnen hierin zu folgen. Die letzten fünf Jahre waren auch ein Prozess ernüchternder Erkenntnis, was den virtuellen Raum angeht. Wir müssen einsehen, dass viele Hacks-Freunde klüger waren als wir, da sie sich aus allen Diskussionen rund um Hacks heraushielten, sofern sie online stattfanden, ihnen aber offen begegneten, sobald sie im Druck erschienen oder auf Veranstaltungen geführt wurden. Manchen Formen der Auseinandersetzung, gerade den gehobenen, haftet im Internet der Ruch des Unschicklichen an und sie werden ihn schwer wieder los.
Wir müssen nicht mehr ein Niveau erarbeiten, sondern wir müssen auf dem bereits erreichten Niveau arbeiten. Wir wollen die Beschäftigung mit Hacks intensivieren statt sie zu extensivieren.
Unsere Basis für die Intensivierung der Arbeit an Hacks ist das Hacks-Journal ARGOS. Hier, in gedruckter Form, wird die Höhe der Auseinandersetzung erreicht, die wir wollen. Mit dem ARGOS, und verwandten Publikationen, wollen wir Themen setzen, Meinungen prägen und Erkenntnisse gewinnen. Die Peter Hacks Seite wird zukünftig ein Schaufenster dieser Bemühungen sein.
Ich bedanke mich bei allen Lesern der Peter Hacks Seite, die uns mit Hinweisen unterstützten und über lange Zeit die Treue gehalten haben. Ich kann nur hoffen, dass unsere neue Ausrichtung Ihnen vielleicht noch mehr Spaß machen wird als der alte Ansatz. Den Aktiven und ständigen Mitarbeitern gilt mein tiefempfundener Dank für viele Stunden der gemeinsamen Arbeit und der, rückblickend, permanenten Krisenbewältigung.
Ausdrücklich danken möchte ich den Redakteuren Leo Schmidt und Stefan Otto, die seit 2008 in mühsamer Tagesarbeit auf der Peter Hacks Seite einen Stil geprägt haben, der einmalig war und unseren Respekt verdient.
Hacks bleibt ein Abenteuer. Sein Werk ist eine Reise, zu der wir gerade erst aufgebrochen sind. Bleiben Sie nicht an dem Strand, an dem die Kinder die Muscheln anschleppen. Folgen Sie uns zu den Ufern, an denen es die Perlen gibt.




Wir erhalten folgende Zuschrift, die wir mit freundlicher Genehmigung des Autors hier einstellen:
Der Theaterregisseur Manfred Dietrich, der fünfmal Hacks inszenierte, darunter 1993 die Uraufführung von “Der Geldgott”, hat die Peter Hacks Seite von Anfang an intensiv begleitet und tatkräftig unterstützt.
Eingestellt auf Bitte von Prof. Dr. Fischborn: