Vorbei und nicht vergessen

Wir stolpern über dies:

Vorbei und nicht vergessen. Über die Literatur der DDR

Die DDR beschäftigt uns weiterhin mittels ihrer zurückgelassenen Kunst. Was immer man ihr, mit Fug oder Unfug, vorwerfen mag, an einer Erkenntnis kommen Übel- wie Wohlgesinnte nicht vorbei: dass sie eine Kunst hervorgebracht hat, die ihresgleichen sucht. Hierbei geht es um Kunst im Sinne von Dauer. Die Liste derer, die die DDR uns hinterlassen hat, ist kurz, aber bedeutend. Zu nennen sind zum Beispiel Peter Hacks, Heiner Müller, der erst noch zu entdeckende Alfred Matusche, der eben gestorbene Jochen Berg. Diskussion / Vortrag mit: André Thiele

Termin: 23.03.10, 19:30Uhr, Ort: Buchladen Bücherkiste, Bismarckstr. 3, 57076 Siegen, Nordrhein-Westfalen Kontakt: RLS Nordrhein-Westfalen, Tel:0203 3177392 Besonderheiten: In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Siegen, Links im Dialog und Linke Liste Siegen

Rosa-Luxemburg-Club Siegen, Links im Dialog und Linke Liste Siegen - und Thiele behauptet von sich, er sei kein Linker. Na dann!

12 Responses to “Vorbei und nicht vergessen”


  1. Andre Thiele 1 ATh

    Ach was, links, die zahlen halt gut! Wer hat denn heute noch Geld, wenn nicht die Jungs und Mädels von “Links im Dialog”?

    Karl Kraus tradierte die Frage “Warum vadient der Jude schneller und mehr Jeld als der Christ?”; ich habe mir einfach erlaubt, die Problemstellung etwas abzuwandeln: “Warum schreibt der Sozialist mehr und bessere Dramen als der Liberale?”

  2. Petermännchen 2 Petermännchen

    Schön dazu heute Spiegel Online:
    ” [...] Der [...] DDR-Kultusminister Hans Bentzien glorifizierte die Leistungen seines Landes in der Kultur und fragte rhetorisch, “wer im Westen uns das Wasser reichen” könne. Grass’ Wortmeldung dazu wurde ignoriert. Er ging ans Podium, setzte durch, sprechen zu dürfen und legte los. Grass nannte Namen wie Musil und Kafka, deren Werke in der DDR nicht verlegt werden durften und mahnte: “Zeigen Sie Ihren Lesern” diese Werke “und Sie werden merken: Es gibt in Westdeutschland, in Frankreich und in England Schriftsteller, die in der Lage sind, Ihnen das Wasser zu reichen”.”
    - die wasserreichenden Schriftsteller Westdeutschlands, leider bereits 1924 und 1942 verstorben und leider aus Kakanien.

  3. Ina Eff 3 InaF

    Musil und Kafka, deren Werke in der DDR nicht verlegt werden durften

    Ach, wäre es doch so gewesen! Kafka unverlegt und wir hätten einen triftigen Grund mehr, die DDR zu lobpreisen. Aber sie war zu weich. Wider besseres Wissen hat sie den Franzl sogar bei Reclam Leipzig gemacht, in zigtausend-Auflagen. Auch die Planwirtschaft begeht schlimme Fehler.

    Den Musil hätten sie ja verlegt, wenn er nur sein Manuskript mal zu Ende gebracht hätte. Ich meine, das ist nun wirklich verständlich, dass man keine halben Dinger in Druck gibt. Sie warn sogar langmütig genug, ihm noch Posthum Zeit einzuräumen…

    In einem aber falle ich Grass bei. Darin, die schriftstellernden Westdeutschen die “Wasserreicher” zu heissen. Das scheint mir passend.

  4. Gottfried Fischborn 4 Gottfried Fischborn

    In meinem Bücherregal steht eine schöne, zweibändige Ausgabe des vollständigen erzahlerischeen Werkes Franz Kafkas, herausgegeben von Klaus Hermsdorf bei Rütten & Loening, (Ost-)Berlin 1983

  5. Petermännchen 5 Petermännchen

    Und Volk und Welt brachte uns 1976ff. den Musil in gediegenen Leinenbänden nahe.

  6. Gottfried Fischborn 6 Gottfried Fischborn

    … außerdem gab es das schätzenswerte Buch “Kafka, Weltbild und Roman” von Hermsdorf schon 1961 bei Rütten & und Loening, wenngleich das zu der Zeit noch nicht ganz frei von ideologischen Schematismen war bzw. sein konnte (denen aus heutiger Sicht keiner von uns völlig widerstanden hat - inzwischen ist niemand mehr bereit und in der Lage, solche Texte mal historisierend zu lesen).

  7. Konrad Astfalck 7 Konrad Astfalck

    Sie zählen das alles hier so artig auf… Tja, man ist halt schon gewohnt, daß die Koryphäen ständig vor sich hinlügen. Chorführer eben und am Fortgang der Dinge nicht interessiert. O wie ihr Meinungsdung duftet! Sie können gar nicht genug davon kriegen. Ich krieg davon Ausschlag.

  8. Gottfried Fischborn 8 Gottfried Fischborn

    “Sie zählen das alles hier so artig auf… …”

    Was glauben Sie, wie Ihr Umgang mit nachprüfbaren Fakten duftet?

  9. Ina Eff 9 InaF

    Bester Herr Fischborn,

    Sie haben den Konrad nicht recht verstanden. Er wollte ausdrücken, wir hätten es nicht beim Hinblättern der Wahrheit belassen dürfen; wir hätten, statt brav nur aufzuzählen, den Grassi Gassi führen sollen.

    Vergeben Sie Herrn Astfalck! Er hats nicht so mit dem Deutschlichen.

  10. Konrad Astfalck 10 Konrad Astfalck

    Werter Herr Fischborn,
    was ich sagen wollte war in der Tat, daß es sich bei einem Grass doch nicht um Irrtümer handelt, über die man hinwegsehen dürfte, sondern um blanke Verleumdung.

  11. Gottfried Fischborn 11 Gottfried Fischborn

    okay, so stimmt das natürlich. Sorry. Ich bin hier einfach zu wenig Insider und will’s auch gar nicht sein, (Es gibt eine gewisse Insider-Spreche auf dieser Homepage, die euch vielleicht kaum noch auffällt.)

  12. Andre Thiele 12 ATh

    Insidersprech ist, was man bekommt, wenn die Outsider vornehm tun und schweigen.

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