Ohrfeige für Idioten

junge Welt glaubt, die Aufnahme eines von einem Redakteur von junge Welt herausgegebenen Buches mit Texten aus junge Welt beim Publikum dadurch zu fördern, dass junge Welt einen festen freien Mitarbeiter von junge Welt beauftragt, in junge Welt so darüber zu schreiben:

Reinhard Jellen
Ohrfeigen für Idioten

Die Tageszeitung junge Welt kann sich sicher einige Verdienste zuschreiben und eine dieser Leistungen ist die Würdigung des Dichters Peter Hacks. Lange bevor sich auch Teile der bürgerlichen Medien zu einer umfassenderen Beurteilung seines Werks durchringen konnten, welche bislang durch fünf literaturtheoretische Positionen (Brecht-Epigone, in die DDR übergesiedelt, befürwortete die Ausbürgerung Biermanns, nicht in das Lager der Dissidenten übergewechselt, sondern hat im Gegenteil den Sozialismus und die DDR verteidigt) gekennzeichnet war, wurde in der jungen Welt der Stellenwert des letzten großen deutschsprachigen Dichters richtig eingeschätzt und dieser entsprechend geehrt.

Das alles stinkt natürlich ein bisserl nach selbst eingebrachtem Weihrauch,  - das tut es aber in der katholischen Kirche auch und es scheint ihr nicht zu schaden. Man darf junge Welt, wenn man dort so weitermacht, also eine große Zukunft vorhersagen; nicht als Organ kritischen Denkens, natürlich, aber doch wenigstens als verschworener Glaubensgemeinschaft.

1 Response to “Ohrfeige für Idioten”


  1. Felix Bartels 1 Felix Bartels

    Ich hätte es vielleicht anders ausgedrückt, aber inhaltlich verstehe ich, was Sie ärgert: Was Jellen geschrieben hat, ist keine Rezension, sondern einfach eine Kaufempfehlung. Als Leser erwarte ich von einer Rezension aber ein Urteil; es sollte ja doch einen Unterschied zwischen einer Rezension und eine Annonce geben.

    Und wer ist eigentlich dieser Felix Barthels, von dem Reinhard Jällen da in dem Artikel schreibt?

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