Ojemine - Opablogger jammert, weil er seinen Hacks nicht hat:
So sehr ich Peter Hacks schätze, so wenige seiner Werke kenne ich, besitze ich. Ich besitze sie nicht, weil ich nicht hunderte Euro für einige Werke-Bände aufbringen kann und will (selbst wenn sie es dreimal wert wären). Und ich kenne sie nicht, weil Hacks in allen Bibliotheken von den bedeutenden der schlechtest vertretene Autor ist.
Es gibt sie also noch, die Unterschiede zwischen Osten und Westen. In einer ostdeutschen Bibliothek wäre ihm das sicherlich nicht passiert. Opablogger erzählt auch, warum er gerade heute auf den Hacks gekommen ist. Er las nämlich eine Notiz in der jungen Welt zu einer Aschermittwochsveranstaltung, die das Feuilleton-Ressort geradezu poetisch mit „Ascher gegen Jahn“ eingeleitet hatte:
„Ascher gegen Jahn – Ein Freiheitskrieg“, heißt ein Essay von Peter Hacks, den gelesen haben muss, wer den deutschen Nationalismus nicht für eine läppische Modeerscheinung und Friedrich Ludwig Jahn nicht für den „Turnvater“ halten will, als der dieser rasende Teutone noch heute verehrt und verharmlost wird. 1810, vor 200 Jahren, gründete Jahn seinen „Deutschen Bund“, der schon 1817 auf der Wartburg zu seiner wahren Bestimmung fand und die erste Bücherverbrennung organisierte. Verbrannt wurde Saul Aschers Schrift „Die Germanomanie“; die Begleitworte lauteten: „Wehe über die Juden, so da festhalten an ihrem Judentum und wollen über unser Volkstum und Deutschtum schmähen und spotten!“ Das griff ein gewisser Goebbels 116 Jahre später gern auf; er war aber nicht der erste, er bediente sich nur bei den tödlichen Hetzern der deutschen Romantik.
Opabloggers Interesse war geweckt. Er suchte im Internet, bis er den Essay schließlich fand. Happy End.




Stefan Otto hat den armen Opablogger um seine Seelenruhe gebracht. Erst kommt die übliche Petze, die’s als Spatz vom Dache pfeift:
Nun war ja Opa Bloggers Aussage nicht bloß, dass die Werkausgabe unerschwinglich sei, was natürlich an sich schon Unsinn ist, sondern sie lautete, dass er Peter Hacks so sehr schätze, dass er das Geld für dessen vom Eulenspiegel Verlag hervorragend besorgte Werkausgabe nicht einmal dann ausgeben würde, wenn er es sich leisten könnte.
Ja, so kann’s gehen: Wenn man die Hosen runterlässt, steht man mit runtergelassenen Hosen da. Schuld ist natürlich, wer’s demjenigen auf den Kopf zusagt. Also Stefan Otto.
Vielleicht haben meine libertären Freunde recht, vielleicht erziehen öffentliche Bibliotheken die Leute einfach dazu, Dichter auf so verquaste Art zu schätzen, dass sie sie nicht mehr bei sich zu Hause im Regal haben wollen.
Hayek rules!