Machtworte der Götter

Wer behauptet, es gebe nur einen Gott, der lügt. Noch einmal: Es gibt alleine zwei Geldgötter. Am Samstag feiert das Hacks-Stück in Zinnowitz Premiere, heute in den Frankfurter Landungsbrücken. Dazu kündigt die Frankfurter Rundschau an:

Seit das Bundesverfassungsgericht ein Machtwort gesprochen hat, steht Hartz IV wieder weit oben auf der Tagesordnung. Da kommen die Fragen der Theatergruppe Paradiesmedial gerade recht. Sie will ergründen, was Arm und Reich in einer Wohlstandsgesellschaft bedeutet und ob es Raum für Wohlstandserfahrungen jenseits des Materiellen gibt. Pardiesmedial inszeniert „der Geldgott“ von Peter Hacks, der das Stück 1991 mit Blick auf den Einzug des Kapitalismus in Ostdeutschland schrieb. Der Streit zwischen dem Geldgott sowie Fortuna und Paupertas könnte natürlich auch heute spielen.

flyergeldgott

Der Geldgott in den Landungsbrücken

Die Informationen sind spärlich. Die Peter Hacks Seite möchte es genauer wissen und fragte bei Paradiesmedial nach, warum die Theaterplattform Hacks’ Geldgott inszeniert. Die Regisseurin Maria Piniella antwortet:

Aristophanes Plutos (388 v. Chr.) lässt den Gott Apoll einem bescheidenen Töpfer namens Chremylos durch das delphische Orakel raten dem erstbesten, dem er begegne zu folgen und ihn als Gast in seinem Hause aufzunehmen, denn er werde ihn mit Reichtum überschütten
Chremylos nimmt die Weissagung der Vernunft beim Wort und erwartet materiellen Reichtum.

Bei Hacks Geldgott (1991) wird diese Erwartung, nach der Er/öffnung neuer Märkte in den ehemals sozialistischen Staaten, als selbstverständlich vorausgesetzt; materieller Wohlstand scheint mehrheitlich antrieb und Feder jeglichen Handelns.

Der Geldgott (2010) existiert in einer Welt, die zunehmend damit beschäftigt ist, materiellen Wohlstand zu vergrößern, zu halten, zu erlangen. Seit das Bundesverfassungsgericht ein Machtwort gesprochen hat, steht Hartz IV wieder weit oben auf der Tagesordnung. Da kommen die Fragen der Theatergruppe Paradiesmedial gerade recht. Wir wollen ergründen, was Arm und Reich in einer Wohlstandsgesellschaft bedeutet und ob es Raum für Wohlstandserfahrungen jenseits des Materiellen gibt.

0 Responses to “Machtworte der Götter”


  1. No Comments

Leave a Reply

You must login to post a comment.