„So ist es eben“

Nachdem der Nordkurier bereits eine Probe von Jürgen Kerns Inszenierung „Der Geldgott“ gesehen hat, folgt nun ein Premierenbericht:

„Das Geld verdient sich selbst“, lehrt ihn der goldige Geldgott Pluto (Reiko Rölz), der – von göttlich verordneter Erblindung und Gleichmacherei geheilt – den Reichtum nun wieder dorthin verteilen kann, wo schon welcher ist.

Hacks provoziert mit dem Stück nicht nur gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern auch gegen die Künste in Zeiten der Gier:

Und der intelligente Stichler Hacks gönnt sich dazu gleich noch ein Porträt der Kunst und anderer Leidenschaften unter der Allmacht des Marktes: Wer zahlt, hat das letzte Wort.

In diesem Fall – süffisante Persiflage auf den in antiken Dramen die Volksmeinung abbildenden Chor - der Betriebsrat Herr Kohr (Rainer Karsitz) als einziger Abgesandter eines Unternehmens, das die Vorstellung gekauft hat.

Das Ende, so bemerkt die Autorin Susanne Schulz, passt ganz in die Gegenwart: Es ist ein Schulterzucken.

Was bis zur Pause kurzweilig und geistreich aufgebaut wird, entbehrt letztlich der Zuspitzung, löst sich unspektakulär im „So ist es eben“ auf. Die Akteure haben sich arrangiert, der Konflikt bleibt unausgespielt, dem Drama fehlt die Dramatik. Selbst das ließe sich als Abbild unserer Zeit deuten, da doch vielfach hinter lächelnden Fassaden die Tiefen verborgen werden. Aber Theater kann und darf mehr …

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