Der Artikel ist fast drei Jahre alt und taucht nun noch einmal in dem Blog Lyrikzeitung auf. Stephan Wackwitz schrieb in dem Magazin Literaturen über Peter Hacks und kanzelte seine Dichtung als „preußisch-sozialistischen Staatsrokoko“ ab:
Der kommunistische Schriftsteller Peter Hacks hat seine geniale Lyrik, seine anregend skurrilen Essays und seine leider sterbenslangweiligen Dramen zeitlebens unter dem Einfluss eines narzisstischen Phantasmas geschrieben: Er war heimgesucht von der Vorstellung, der Molière oder Goethe des ersten sozialistischen Staates zu sein. Diese phantasmatische Identifikation mit der deutschen oder der französischen Klassik findet sich als (meist ironisch-kokette) Anspielung überall dicht unter der Oberfläche seines Werks und der zahlreichen darin verstreuten Selbstdeutungen.
Der Blogger ohne Namen fragt nun, ob man das vielleicht auch umgekehrt sehen könne: geniale Dramen, überschätzte Lyrik? – und wartet auf eine Antwort.




Ich geb euch beiden recht. (Ascher auf mein Haupt.)
geniale Dramen, überschätzte Lyrik?
Was gibt es ehrenwerteres, als ein Überschätzer Hacksens sein?
Seit Jahren bin ich auf der Suche nach einem Ersatz, vielleicht sogar einem lebendigen Ersatz, auf den ich die ganze Masslosigkeit meiner Verehrung wenden kann. Nix, sag ich Ihnen, gar nix. Wenn überhaupt, lassen sich die Sachen immer falsch herum an: Am Ende bin ich die Überschätzte. Wo, wenn nicht auf dem französischen Friedhof, soll das alles enden?