Michael Gratz gibt sich als Herausgeber der Lyrikzeitung & Poetry News zu erkennen. Dort erschien ein Zitat über Hacks aus einem fast drei Jahre alten Artikel des Magazins Literaturen, den Google kürzlich noch einmal als News versendet hat. Gratz stellte dazu eine Frage und antwortet gern selbst.
Seine Replik leitet er mit einem Zitat von Hacks über Hacks ein, abgedruckt in der jungen Welt zu dessen 75. Geburtstag im März 2003:
Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört einfach Thomas Mann und Brecht. Thomas Mann gehört die Prosa und Brecht das Drama und die Lyrik.
Was ich Ihnen als Vermutung anbiete, ist, dass die zweite Hälfte Arno Schmidt und mir gehört. Arno Schmidt für Prosa, mir für Dramatik und die Lyrik. Das sage ich mit dem Vorbehalt eines Menschen, der wirklich weiß, dass dies eine Art von Urteilen ist, die eigentlich nicht fällbar sind. Aber ich kann ja nicht so tun, als hätte ich kein Urteil.
Die „Lyrikzeitung“ kommentierte dies damals folgendermaßen:
Peter Hacks wird heute 75. Er hat schöne und gute Sachen geschrieben – törichte auch. Man soll seine (auch seine) Texte nicht für seine Meinungen haftbar machen. Der Untergang des Sozialismus scheint ihm irgendwie als die logische Konsequenz einer Verschwörung gegen Hacks (oder umgekehrt). L&P gratuliert.
Michael Gratz dazu heute:
Das war vor fast sieben Jahren. Inzwischen scheint sich Hacksens Selbsturteil durchgesetzt zu haben. Immer öfter liest und hört man von dem großen oder genialen Lyriker Peter Hacks, so auch bei Wackwitz. Und stimmt es? Nein, ich halte beide Seiten des Urteils für falsch. Ob Hacks ein sterbenslangweiliger Dramatiker ist? Ich habe etliche Aufführungen gesehen und mehr Stücke gelesen, wenn auch nicht alle. Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe sterbenslangweilig? Moritz Tassow Staatsrokoko? Ach, das ist nichts als ein Klischee.
Und seine Lyrik? Hacks ist meist originell und witzig, selbst da, wo man die darin ausgedrückten Meinungen für abwegig hält. Aber genial? Gar der König seines Halbjahrhunderts? Er ist ein geschickter Lyriker, nicht ohne eine Neigung zum Kunsthandwerk. Das ist gut und fast immer lesenswert. Das ist doch schon viel. Und die Namen, die mir unter den Lyrikern 1950-2000 wichtiger sind, ersetze ich hier mal durch je einen Punkt: ………………………………………………………………




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