Marco Tschirpke und Sebastian Krämer traten zusammen im westlichsten Zipfel Deutschlands auf, und der Trierische Volksfreund schreibt über das Gastspiel in der Tufa in Trier:
Der eine ist wortgewaltiger Meister des Pathos, der andere Minimalist: Zusammen sind Sebastian Krämer und Marco Tschirpke ein originelles Traumpaar der musikalisch-literarisch-kabarettistischen Unterhaltung.
Tschirpke wies im Laufe des Abends darauf hin, wer ihn beeinflusst habe …
Marco Tschirpke, der Jeans und T-Shirt trägt, weckt hingegen mit verheißungsvollen Moderationen Spannung. Dazu gehörte beim Auftritt in Trier zum Beispiel: „Ich habe mich mit dem Werk Peter Hacks beschäftigt und etwas von ihm bearbeitet.“
Dann setzt er sich ans Klavier und singt: „Ob dein Feind stirbt oder du, in beiden Fällen hast du Ruh.“ Und das war’s. Der Zuhörer stutzt und fragt sich: Kommt da noch was? Nein, bestenfalls das nächste Lied: „Die Freundin auf dem Bild ist unscharf aber treu.“ Nach höchstens 60 Sekunden hat er mit seinen „Lapsusliedern“ das gleiche erreicht wie Krämer in epischen Minuten, und das Publikum tobt.
Die Peter-Hacks-Gesellschaft führt ihre Gesprächsreihe fort. Einmal im Monat empfängt Karl-Heinz Müller, ehemaliger Chefdramaturg am Deutschen Theater und langjähriger Arbeitspartner von Benno Besson, einen Gast im Berliner Max-Lingner-Haus, der mit dem Werk von Peter Hacks betraut war.
Am 27. Januar geht es um den Skandal, den Hacks mit seinem Drama Die Sorgen und die Macht hervorrief. Dann unterhält sich Karl-Heinz Müller nämlich mit Peter Kupke, den Regisseur der Inszenierung des nach wenigen Aufführungen abgesetzten und heftig kritisierten Hacks-Stückes am Hans-Otto- Theater Potsdam im Jahr 1962.
‘Müller spricht Kupke’ »
Inspektor Campbell ermittelt noch immer fleißig in allen Teilen der Republik. Mit dem Stück „Heiraten ist immer ein Risiko“ von Saul O’Hara alias Peter Hacks spielt sich das Tourneetheater Der grüne Wagen durchs Land. Die Kritiken über das Gastspiel in Rheine sind durchwachsen. Die Münstersche Zeitung schreibt über den Auftritt:
Es wird auf Deubel komm raus übertrieben, wo der schmale Grat zwischen realistischer und virtueller Angst, Höflichkeit und schmalzigem Charme ein viel diffizileres Vorgehen erforderlich gemacht hätte.
Für die Ibbenbürener Volkszeitung ist das Stück hingegen eine gute Boulevardkomödie:
Die skurrile Ausgangslage und die gewollt überdrehten Typen in einem altkitschigen englischen Salon […] wurden schauspielerisch ausgereizt, vor allem der Wortwitz, der aus einer ironischen Doppelbödigkeit kam, amüsierte alle Besucher der nahezu ausverkauften Stadthalle.
‘Dick aufgetragene Boulevardkomödie’ »
Uns erreichte ein Aufruf von Leser Frank, den wir hier gern wiedergeben möchten:
Hallo,
könnt ihr nicht einen Aufruf starten, der zu mehr Aktivitäten zu Hacks in der Wikipedia anregen soll?
Zum Beispiel fehlt ein Artikel über das Stein-Gespräch.
Das ist nur ein Beispiel von vielen fehlenden Hacks-Artikeln in der WP.
Viele Grüße, Frank
Lieber Frank, die wenigen Hacks-Artikel, die es in der Wikipedia gibt, sind zu wesentlichen Teilen von uns. Wir hatten irgendwann keine Lust mehr, die einzigen zu sein, die Arbeit reinstecken. Wenn sich fleißige Hacks-Leser melden, die bereit wären, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Aufgaben bei der Erstellung von Wikipedia-Artikeln zu Hacks zu übernehmen, dann würden wir sicher nicht zögern, uns auch wieder mehr einzubringen.
Vielleicht hat Dein Appell ja Wirkung! Dank jedenfalls für den Hinweis.
Eine Schallplatte mit Vertonungen von Peter Hacks bietet das Antiquariat Matthias Wagner aus Berlin an:
„Elsa Grube-Deister und Fred Düren singen Lieder aus Stücken von Peter Hacks“. Berlin, Eulenspiegel, 1978.(2., erweiterte und neu ausgestattete Auflage.) Illustrationen von Klaus Ensikat. Pappband, 123 Seiten und Single, Preis: 5.00 EUR
Ferner bietet Amazon Der Schuhu und die Fliegende Prinzessin in einer Opernfassung als CD an. Regie: Walter Zimmer, Musik: Udo Zimmermann. Edel/Berlin Classics 2002 (Übernahme der Nova-Produktion von 1980).
Wer sich auf die Suche nach Vertonungen von Peter Hacks macht, dem sei das umfangreiche Verzeichnis von Annette Lose empfohlen, das im Verlag André Thiele erschienen ist.
Von Napoleon gibt es einen Witz: Mitten in einer Schlacht kommt ein vorgeschobener Franctireur zu ihm und meldet, dass man den gegnerischen Feldherren im Visier habe und jederzeit abschießen könne. „Schreckliche Vorstellung!“, entgegnet Napoleon entsetzt. „Wie soll ich denn dann die Bataille gewinnen? Heerführer haben weiß Gott wichtigeres zu tun, als aufeinander zu schießen!“
‘Gespräch mit Alban Nikolai Herbst’ »
Das auf dem Bild ist Annamin, und sie sagt uns in ihrem Blog Dreamkidland, welche 1001 Kinderbücher man gelesen haben sollte, bevor man aufgewachsen sei. Annamin nimmt es mit der Auflistung sehr genau, die Zahl 1001 ist nicht nur symbolisch gemeint. An 621. Stelle taucht Peter Hacks auf:
621. Jules’s rat ===== Peter Hacks
622. Goodnight, Mr. Tom ==== Michelle Magorian
623. Ronia, the robber’s daughter ==== Astrid Lindgren
624. The BFG ==== Roald Dahl
625. The Haunting ==== Margaret Mahy
626. The Rattle Bag ==== Ted Hughes
627. When the wind blows ==== Raymond Briggs
628. Me in the middle ==== AnaMarie Machado
629. Schoolboy Jia Li ===== Qin Wenjun
Das englischsprachige Nachschlageportal Qanda Encyclopedia bietet nicht nur einen Überblickstext über Leben und Werk eines Künstlers an, sondern stellt auch Fragen über die Personen. Bei Peter Hacks ergibt sich daraus folgendes Quiz:
‘Wer, wie, was?’ »

Ein Vogel - selten allein
Der Elftklässler Paul Vogel spielt die Hauptfigur Hoffmeier in dem Stück „Die Vögel“ von Hacks nach Aristophanes. Die Chemnitzer Freie Presse besucht eine Theaterprobe der Gymnasiasten für eine Inszenierung im Kulturforum „Stadtpark“ in Frankenberg. Paul Vogel lockt Elvira Grecki, eine professionelle Darstellerin am Schauspielhaus in Chemnitz, die das Üben unterstützt, aus der Reserve:
„Jawohl, das ist gut”, ruft die Berlinerin begeistert. Erleichterung beim Ensemble und auch bei Sabine Mai. Trotzdem: Bis zum Freitag muss noch der letzte Schliff erfolgen, schließlich möchte die Theatergruppe an die erfolgreichen Auftritte der Vorjahre anknüpfen.
Im März würden die Jugendlichen dann auch gern bei den Chemnitzer Theatertagen auf der Bühne stehen. In den vergangenen Jahren ist das der Laienspielgruppe immer wieder gelungen. Seit 16 Jahren existiert die Gruppe unter Leitung von Sabine Mai, und immer mehr Gymnasiasten begeistern sich für die Theater-AG.
Die Premiere findet am Freitag statt. Bis dahin proben die Schüler täglich drei Stunden am Stück. Die Zeit sei knapp, so die „Freie Presse”.
Anlässlich einer Lesung von Matthias Frings am 14. Januar in Lehrte zeichnet die Hannoversche Allgemeine Zeitung das Leben von Ronald M. Schernikau nach. Es ist ein lokalpatriotischer Artikel; der viel zu früh an Aids gestorbene Literat wuchs nämlich bei seiner Mutter in einem Schwesternwohnheim in Lehrte auf:
Zu seinem Stil fand Schernikau schon als Schüler – und zwar mit Erfolg. Seine „Kleinstadtnovelle“, die er bereits vor dem Abitur im Rotbuch-Verlag veröffentlichte, ließ Literaturkritiker schwärmen. Schernikau schildert in dem nur 85 Seiten dünnen Bändchen sein Coming-Out als Schwuler am Gymnasium Lehrte. „Jede Regung selbständigen Gefühls wird erstickt von cholerischen Lehrern“, heißt es darin. „Da braucht nur ein Großkotz mit Peitsche zu rufen: allez!, schnippen und alles springt für Noten und Punkte durch brennende Reifen.“
‘Eine Liebeserklärung, natürlich’ »
Das Tourneetheater Der grüne Wagen zieht mit dem Saul O’Hara-Stück „Heiraten ist immer ein Risiko“ noch immer durch die Landen und tritt am 18. Januar in Dorsten auf. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung geht in der Ankündigung für das Stück, bei dem Thomas Stroux und Petra Liederer die Hauptrollen besetzten, auch auf die Umstände von Hacks’ Pseudonym ein:
Wie eine Kriminalkomödie liest sich […] die Entstehungsgeschichte von „Heiraten ist immer ein Risiko”. Saul O’Hara ist nämlich das Pseudonym des DDR-Dramatikers Peter Hacks (1928 bis 2003). Anno 1960 bot Hacks einem Münchner Verlag unter dem Titel „Risky Marriage” die Persiflage einer typisch englischen Kriminalplotte an, verfasst vom vermeintlichen irischen Literaten und Nationalökonomen Saul O’Hara aus Cork. In ihrer vermeintlichen deutschen „Übersetzung” kam die Erbschleicher-Posse unter dem Titel „Heiraten ist immer ein Risiko” 1962 in Wien zur Uraufführung.

Das neue Suhrkamp-Domizil
Suhrkamp versucht sich gerade, in Berlin einzuleben, und Richard Kämmerlings von der FAZ schaut sich den Frühjahrskatalog des Verlags an. Es verwundert nicht, dass er in seinen Beitrag ein paar Nadelstiche gegen Berlin setzt. Aber Kämmerlings kapriziert sich nicht auf diesen rational nicht ganz nachvollziehbaren Ortswechsel, sondern richtet seinen Fokus auf den dicken blauen Katalog:
Das Programm versammelt auf beeindruckende Weise Leuchttürme der Suhrkamp-Kultur in Neuausgaben und Nachlassfunden – Brecht und Joyce, Koeppen und Nelly Sachs, Ingeborg Bachmanns „Kriegstagebuch“ und Max Frischs „Tagebuch 3“, Foucaults späte Vorlesungen, Luhmanns „Politische Soziologie“, Unbekanntes von Blumenberg, Aufsätze von Koselleck und Hacks. Hier läuft die Geistmaschine Suhrkamp auf Hochtouren.
‘„Geht’s nicht auch eine Nummer kleiner?“’ »
Kurz vor Weihnachten erhielten wir folgende Anfrage:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Vater sang mir als Kind zum Einschlafen die Geschichte vom “Zwerg”, die er zuvor in musikalischer Form im Radio mitgeschnitten hatte.
Seit vielen Jahren bin ich auf der Suche nach Autor, vollständigem Text und vertonter Version.
Gestern bin ich zufällig auf eine Passage im Internet “Herr Zwerg stand da allein. Um ihn war alles finster …” im Zusammenhang mit Peter Hacks “Der Flohmarkt” gestoßen!
Können Sie mir - vielleicht - bitte - helfen und mir Auskunft geben, um welches Werk es sich hierbei handelt? Ist es noch möglich, eine CD der vertonten Version im Handel zu erhalten?
Vielen Dank im voraus und mit freundlichem Gruß
‘Die Geschichte vom „Zwerg“’ »
Die Information ist spärlich: Auch die Landungsbrücken in der Frankfurter Gutleutstraße führen von Peter Hacks „Der Geldgott“ auf. Premiere ist am Donnerstag, den 11. Februar; weitere Vorstellungen sind am 12. und am 13. Februar.
Maria Piniella inszeniert das Stück. Darsteller sind: Mario Krichbaum, Detlev Nyga, Ariane Klüpfel, Paddy Twinem, Linus Koenig, Sandra Lühr und Svenja Assmann.
Die Aufführung ist eine Koproduktion mit paradiesmedial, einer Plattform aus Frankfurt/Main, über die sich freie Theaterproduktionen präsentieren.
Am 13. Februar spielt auch die Vorpommersche Landesbühne „Der Geldgott“. Der Regisseur Jürgen Kern sagt über das Stück:
Peter Hacks’ Stück „Der Geldgott” ist von brisanter Aktualität. Es streiten der Geldgott mit der Göttin Fortuna und deren Tochter Paupertas - der Göttin der Armut. Hacks nutzt den alten Stoff des Aristophanes, den dieser in seinem Stück “Der Reichtum” aufgeschrieben hat, um deutlich werden zu lassen, dass der Mensch bereit ist, sich dem Geldgott gänzlich zu unterwerfen. Hacks hat ein Stück von unglaublicher, komödischer Intelligenz geschrieben. Die klugen, vielseitigen, ja brüchigen Dialoge machen die Figuren auf besondere Weise vergnüglich und lebendig. Wenngleich das Stück fast 20 Jahre alt ist, wirken alle aktuellen Bezüglichkeiten, als wäre das Stück vor wenigen Wochen verfasst.
Die Zeitung Potsdamer Neueste Nachrichten bespricht Hartmut Langes Novellenband „Der Abgrund des Endlichen“. Der Rezensent Dirk Becker geht in seinem Beitrag auch auf Langes angespanntes Verhältnis zu Hacks ein:
Seit Anfang der 80er Jahre schreibt der mittlerweile 72-jährige Hartmut Lange fast ausschließlich Novellen. Es ist, so kann man es nennen, seine zweite Karriere. Denn vor seiner Flucht aus der DDR im Jahr 1965 und einer darauf folgenden jahrelangen schriftlichen Sprachlosigkeit, war Lange hoffnungsvoller Dramatiker im sozialistischen Arbeiter - und Bauernstaat. Er hatte an der Filmhochschule in Babelsberg studiert, Peter Hacks, einflussreicher Bühnenautor und Begründer der „sozialistischen Klassik“, war sein Freund und Mentor. Doch als nach dem Tod Stalins im März 1953 immer mehr von dessen verbrecherischen Regime bekannt wurde, wirkte das nicht einfach nur wie eine Desillusionierung, sondern förmlich wie eine Zertrümmerung des marxistisch geprägten Weltbildes von Hartmut Lange.
‘Desillusionierte’ »