Wir erhielten heute folgende Anfrage:
Guten Abend,
ich bin Studentin der Germanistik und Theaterwissenschaft und schreibe eine Hausarbeit über Peter Hacks “Der Geldgott”. Leider ist es sehr schwer Sekundärliteratur zu finden. Können Sie mir vielleicht Quellen nennen, die ich nutzen kann.
Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüßen, etc.
Wir haben uns erlaubt, wie folgt zu antworten:
Sehr geehrte Frau A.,
Sie schreiben uns sehr freundlich, aber in problematischer Angelegenheit. Als Studentin haben Sie Zugang zu den Fachbibliotheken Ihrer Universität und ggf. auch Ihrer Fakultät. Jede namhafte Bibliothek sollte mittlerweile die „Peter-Hacks-Bibliographie“, die Ronald Weber 2008 vorgelegt hat und die die gesamt Literatur von Hacks und die gesamte Sekundärliteratur zu Hacks enthält, in ihrem Bestand haben. Es ist immer etwas schwierig, wenn wir aus diesem Buch Quellenangaben machen, denn Verlag und Autor sind uns sehr gewogen, und wir wollen beide nicht vergrätzen.
Natürlich ist uns Ihr Anliegen sympathisch, aber nicht nur deswegen machen wir gern eine Ausnahme: Schlägt man nämlich in der Hacks-Bibliographie nach, so findet man unter „Der Geldgott“ nur die Weberzahl 151 und dort die Angaben zur Veröffentlichung des Dramen-Textes selbst, aber keine Fundstellen für Literatur zum Stück. Stichtag der Bibliographie war der 31.12.2007, d.h. spätere Quellen sind in dem Buch nicht mehr erfasst.
Wir haben darum Ihre Anfrage an ein paar Hacks-Spezialisten weitergereicht. Der Geldgott findet derzeit verstärkt Aufmerksamkeit, vielleicht ist mittlerweile etwas zum Stück publiziert worden, dann finden wir das heraus.
Mit freundlichen Grüßen etc.
Nun also die Frage an die Hacks-Freaks: Kennen Sie etwas zu „Der Geldgott“?




Zunächst einmal wäre sicher auf die am 11. Februar anstehende Premiere in Frankfurt a.M. hinzuweisen, die Meldung der PHS findet sich hier: http://www.peter-hacks.de/?p=3602 Parallel läuft „Der Geldgott“ derzeit auch an der Vorpommerschen Landesbühne.
Außerdem gibt es zwei Filmausschnitte der Uraufführung in Greifswald von 1993 bei YouTube: http://www.youtube.com/results?search_type=&search_query=peter+hacks&gl=DE&hl=de
Im Hacks-Journal „Argos“ findet sich nichts.
“Geldgott” ist exemplarisch für die Hackrezeption: Während das Reifewerk sehr stark aufgenommen wurde und das Frühwerk immerhin leidlich, erfreut sich das Spätwerk einer sehr schmalen Rezeption.
Das einzige Stück Sekundärliteratur zum “Geldgott”, das ich kenne, findet sich in: Frank Stucke. Die Aristophanes-Bearbeitungen von Peter Hacks, Magdeburg 2002. Ungeachtet der Tatsache, daß er der einzige ist, ist der Text aber sehr gut. Wenn der nicht weiterhilft, wüßte ich auch nicht, was sonst weiterhelfen sollte.
Werte Frau Studentin, als ich noch ein junger Mann war und Hausarbeiten schrieb, da sagte uns der Professor: Seinse froh, wennit nüscht Sekundäret jippt, denn könnse watt Primäret denken!