Auch die Peter Hacks Seite hat, und willentlich im letzten Jahr, erheblich dazu beigetragen, um das Werk von Peter Hacks eine akademisch-feuilletonistische Emballage mit Zuckerguss aufzutragen: Weil dies nun einmal die Art ist, wie der gesellschaftliche Organismus den bitteren Gehalt der Kunst schluckt und verdaut, damit der Wirkstoff ins Gehirn gelangt und dort seine geistige Wirkung tut.
Eine andere Art, mit Hacks’ Werk umzugehen, taucht neuerdings immer öfter auf, so heute in dem konsequent sozialistischen und mittlerweile sehr beliebten Blog ad sinistram. Dort diskutiert Roberto J. De Lapuente das Bekenntnis der unpolitischen Unterschicht. Es kommt zu einer beneidenswert umfassenden Diskussion, in der sich ein Leser wie folgt zu Wort meldet:
Eventuell Peter Hacks hätte den menschlichen Grundkonflikt zwischen Liebe und ALG erschütternd dramatisieren können und final eine nicht mehr vervollkommenbare halbseitige Skizze abgeliefert, vielleicht mit einer kathartischen Auflösung in den tatsächlichen Konflikt zwischen gesellschaftlich allgemeinverbindlich gesetzter betriebswirtschaflticher Rationalität als Bedingung der Möglichkeit gelingender Kommunikation und dem historischen Anspruch, das eigene Leben wenigstens halbwegs auf dem Stand der geistesgeschichtlichen Menschheitsgeschichte dramatisieren zu können - um den Preis der sozialen Entmenschlichung infolge “Communication Breakdown” (Led Zeppelin).
Aus Sicht des Hacks-Kenners kann man vieles gegen diese Meinung einwenden. Aber eines ist doch sicher: Wir haben Weihnachtszeit, da interessiert man sich natürlich sehr für alles, was in den Ställen und Gossen los ist. Und diese rohe Form der Hacks-Aneignung (Hacks-Enteignung, möchte man sagen), die hat schon einen bedeutenden Charme.




0 Responses to “Unpolitische Unterschicht”
Leave a Reply
You must login to post a comment.