Ab ins Windloch!

So fangen Horrormeldungen an:

Ab ins Windloch! Die Archivforscher suchen Peter Hacks.

Und Gnade uns Gott, wenn sie ihn finden!  - Diesmal ist es ein Projekt mit der Astrid-Lindgren-Schule Erdmannhausen und der Grundschule Rielingshausen im Deutschen Literatur-Archiv in Marbach, in dem der Hacks-Nachlass liegt:

In der Geschichte von der sehr kleinen Insel tritt ein Dichter auf. Er heißt James Krüss. Geschrieben hat die kuriose Erzählung Peter Hacks. Warum darin ausgerechnet der Helgoländer Kinderbuchautor vorkommt? Hacks und Krüss waren Freunde. Mehr als 40 Jahre lang schrieben sie sich. Ihre Korrespondenz ist die Tür, durch die sechzehn Dritt- und Viertklässler der Astrid-Lindgren-Schule in Erdmannhausen und der Grundschule Rielingshausen das Marbacher Reich der 1.100 Schriftsteller-Nachlässe betreten.

Wahrscheinlich bin ich jetzt wieder der herzlose Rohling, aber: Haben die Gören nichts besseres zu tun? Lesen lernen zum Beispiel, oder, um Lichtenberg zu bemühen, Nase putzen?

Vier Monate lang nahmen die Grundschüler den Nachlass von Peter Hacks genau unter die Lupe. Sie suchten nach den Stellen, von denen die literarische Fantasie ihren Ausgang nimmt. Der Titel ist Programm: Während eines Windlochs – einer plötzlich eintretenden Flaute auf See, also aus dem Nichts heraus – beginnt Hacks die Geschichten von Henriette und Onkel Titus zu erzählen. Die Reise in die Welt der Fiktion nimmt unerwartete Wendungen und so schnell kein Ende. Für die Schüler führte sie in Marbach durch die Magazine, die Sammlungen der Handschriftenabteilung und der Bibliothek, in die Dauerausstellung des LiMo und am Ende auf den eigenen Schreibtisch. Am 6. Dezember 2008 stellten sie in einer Familienführung um 15 Uhr die Stücke vor, die sie aus dem Nachlass von Hacks für den Seitenwechsel im LiMo ausgesucht hatten. Am 1. Februar 2009 lasen sie in einer Matinee aus ihren eigenen Texten, die sie in den Fußstapfen von Hacks verfassten und aus denen ein selbstgemachtes Buch wurde.

Eine Hoffnung bleibt: Dass den lieben Kleinen auf ihrer weiteren Schullaufbahn die Klassik dermaßen gründlich ausgetrieben wird, dass sie uns für den Rest ihres Lebens mit gedruckten Hacks-Verhohnepiepelungen verschonen.

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