Monatsarchiv für Dezember, 2009

Den Leserinnen und Lesern

Wir hoffen, dass Sie im Jahr 2009 eine Peter Hacks Seite erlebt haben, die Ihren Ansprüchen gerecht wurde.

Wir haben vieles geändert, um das Erhaltenswerte zu erhalten.

2009 setzte sich der allgemeine Trend der Ausweitung der Initiativen und Angebote rund um Peter Hacks fort.

Wir grüßen die Peter Hacks Gesellschaft e.V., die mit der zweiten wissenschaftlichen Peter Hacks Tagung Maßstäbe der Befassung mit Hacks gesetzt hat und auch sonst beeindruckenden Fleiß an den Tag legt.

Und wir begrüßen den neugegründeten Hacks-Fachverlag Aurora unter dem Dach der Eulenspiegel Verlagsgruppe, der mit dem Reader zur Hacks-Tagung 2008 eine erste Publikation vorgelegt hat.

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Gleich vier Rollen

Gottseidank bin ich nicht mehr für die Peter Hacks Seite zuständig, sonst wäre ich täglich befasst mit Dingen wie diesem:

Ein Stadtschreiber für viele Rollen
Schriftsteller: Ronald W. Gruner schreibt und lebt Literatur, spielt Theater und interviewte die «Queen»

Ich halte ja schon den Namen Ronald W. Gruner für ein Plagiat an Schernikau, geschweige denn, dass ich jemanden ernst nehmen könnte, der „Literatur lebt”, statt sich davor zu fürchten, dass sie ihm auf die Schliche kommt. Aber es wird noch schlimmer:

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Ab ins Windloch!

So fangen Horrormeldungen an:

Ab ins Windloch! Die Archivforscher suchen Peter Hacks.

Und Gnade uns Gott, wenn sie ihn finden!  - Diesmal ist es ein Projekt mit der Astrid-Lindgren-Schule Erdmannhausen und der Grundschule Rielingshausen im Deutschen Literatur-Archiv in Marbach, in dem der Hacks-Nachlass liegt:

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Unpolitische Unterschicht

Auch die Peter Hacks Seite hat, und willentlich im letzten Jahr, erheblich dazu beigetragen, um das Werk von Peter Hacks eine akademisch-feuilletonistische Emballage mit Zuckerguss aufzutragen: Weil dies nun einmal die Art ist, wie der gesellschaftliche Organismus den bitteren Gehalt der Kunst schluckt und verdaut, damit der Wirkstoff ins Gehirn gelangt und dort seine geistige Wirkung tut.

Eine andere Art, mit Hacks’ Werk umzugehen, taucht neuerdings immer öfter auf, so heute in dem konsequent sozialistischen und mittlerweile sehr beliebten Blog ad sinistram. Dort diskutiert Roberto J. De Lapuente das Bekenntnis der unpolitischen Unterschicht. Es kommt zu einer beneidenswert umfassenden Diskussion, in der sich ein Leser wie folgt zu Wort meldet:

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Kurzmeldungen - Dezember 2009

Wir versammeln hier monatsweise kleinere Meldungen mit Bezug zu Hacks.

Dezember

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Der Geldgott in Vorpommern

Auf der zunehmend einen regelmäßigen Besuch werten Webseite der Peter Hacks Gesellschaft (PHG) finden wir die Information, dass an der Vorpommerschen Landesbühne mit den Absolventen der Theaterakademie Vorpommern in Zinnowitz Peter Hacks’ Stück „Der Geldgott” inszeniert wird.

Die Premiere ist für den 13. Februar 2010 angekündigt. Hacks’ Theaterverlag Drei Masken in München verzeichnet diese Inszenierung noch nicht.

Die PHG meldet weiterhin:

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jW-Programmtipp: Die Bibel

Das hat man selten, dass die kommunistische Tageszeitung, die sich manchmal so liest wie das was herausgekommen wäre, hätte Jean Paul Marat zu Charenton die Macht übernommen, seine Verlobung mit Charlotte Corday bekanntgegeben und zur Feier des Tages Crack an die Insassen ausgeteilt, in ihrem Ätschibätsch-Atheismus doch die TV-Version der Bibel empfiehlt:

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Lamarckismus versus Darwinismus

Helmut Höge firmiert bei der tageszeitung als Aushilfshausmeister mit einem eigenen Blog. Heute berichtet er dort von einer Diskussion zwischen Hermann L. Gremliza und Hermann Peter Piwitt in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift konkret:

Lamarckismus versus Darwinismus -

darum geht es in der neuen “konkret” - im Gespräch zwischen Hermann Peter Piwitt (Darwinist) und Hermann L. Gremliza (Lamarckist). Letzterer sagt darin zu ersterem:

“Geärgert hat mich auch deine Unterstellung, ich oder andere behaupteten in konkret immer wieder eine genetische Disposition der Deutschen zur Bösartigkeit - wie das übrigens Peter Hacks in der Festschrift zu meinem Fünfzigsten behauptet und damit wider besseres Wissen bis zu seinem Tod nicht aufgehört hat. Ich habe nie so was Blödes gesagt oder geschrieben, sondern immer von einer historisch erworbenen Neigung gesprochen.”

Piwitt erwidert darauf:

“Hacks ist ein wunderbarer Autor, den ich erst vor einigen Jahren entdeckt habe. Und ich laß ihm alle Übertreibungen.”

Die letzte Bemerkung ist typisch für den liebenswerten Piwitt: Redundanz und Larmoyanz.

Eine nationale Wahrnehmung

Die Geschichte der Eulenspiegel Verlagsgruppe sei eine der Expansionen, schreibt der Buchreport. Angefangen habe alles mit der Übernahme der Verlage „Eulenspiegel” und „Das Neue Berlin” durch Matthias Oehme im Jahr 1993.

In den vergangenen Jahren sind Verlage und Imprints wie die „Edition Ost”, „Neues Leben” und auch „Rotbuch” hinzugekommen. Oehmes Ziel: „Im Osten die ersten sein, aber auch national wahrgenommen werden.“ Dazu hat er in Ostdeutschland den Vertrieb neu geordnet und spricht dort jetzt auch stärker die Nebenmärkte an, während er im Westen nun flächendeckend mit Vertretern präsent ist. Hinzu kommen eine ganze Reihe neuer Verlage und Kooperationen:

Dazu zählt auch der im August ins Leben gerufene „Aurora Verlag”, „der sich vornehmlich mit Werken von und über den Dichter Peter Hacks beschäftigt“, so der „Buchreport”.

„Dein Gegner von Natur”

Das SPD-nahe Mein Parteibuch Blog reicht eine Nachricht weiter:

Wie das Prollblog meldet, hat sich die Springerpresse gerade entschlossen, Internutzernutzer nicht mehr mit der Propaganda seines “Hamburger Abendblattes” zu verseuchen. Sehr schön, weiter so.

Dazu kommentiert ein Parteibuch-Leser:

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Hacks wieder bei Suhrkamp

masgaben-der-kunstNachdem er dort seit Jahrzehnten nicht mehr aufgelegt wurde, wird der Suhrkamp Verlag im kommenden März von Peter Hacks die Maßgaben der Kunst herausbringen.

In einem Band erschienen diese gesammelten Aufsätze letztmalig  1996 bei der Edition Nautilus, in drei Einzelbänden sind sie in der Werkausgabe des Eulenspiegel Verlages enthalten. Sie umfassen das gesamte theoretische Werk des Dichters. Hacks hat es selbst zusammengefasst. In der Ankündigung schreibt der Suhrkamp Verlag:

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