Der Filmemacher und Buchautor Wenzel Storch polarisiert: Die einen halten ihn für „schweineschlecht” (BZ), die anderen für den besten Regisseur überhaupt (Titanic). Sein letzter Film war das Acid-Märchen „Die Reise ins Glück“, eine Low-Budget-Produktion, die in den Kinos schlecht lief, gesteht Wenzel Storch im Interview mit der jungen Welt, so dass er ihn schließlich selbst verleihen musste: „Das hat Tradition“, meint er. „Die deutschen Verleiher schlagen ja immer die Hände überm Kopf zusammen, wenn sie den Namen Wenzel Storch hören.“
Gerade ist sein Buch „Der Bulldozer Gottes“ im Ventil Verlag erschienen – ein Konvolut aus Kuli- und Filzstift-Zeichnungen, Endreimgedichten, absurder Kurzprosa und mit allerlei Bildmaterial illustrierten Essays. Storch hat eine besondere Vorliebe für Dichter, die von der Romantik beeinflusst wurden:
Raabe, Stifter, Tieck – das ist schon sehr erstaunliches Zeug, was die Herren da zusammenfabuliert haben. Grade im frühen und mittleren 19. Jahrhundert – offenbar eine Blütezeit, was psychedelische Literatur angeht. Da fragt man sich beim Lesen dauernd, was die wohl genommen haben.
Ludwig Tieck, widerspruchsvoll vom Rationalismus des 18. Jahrhunderts und der mystischen Romantik geprägt, hat es Wenzel Storch besonders angetan:
Auch wenn Leute wie Peter Hacks gerne auf dem herumhacken, weil er vielleicht ein bisschen schlampig oder rauschgiftsüchtig war – dieser Tieck ist immerhin sowas wie die „zerstückelte Leiche im Koffer der Literaturgeschichte“. Ich weiß zwar nicht hundertprozentig, was das Zitat bedeuten soll. Aber ich kann’s auswendig, weil es so schön klingt. Das stammt von irgend einem Tieck-Biographen aus der Ostzone.




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