Gunhild Lattmann-Kretschmer, frühere Intendantin des Theaters Junge Generation in Dresden, muss sich gegenüber Vorwürfen aus CDU-Kreisen rechtfertigen: „Sie wollen die Künstler in Watte packen, wie zu DDR-Zeiten“, heiße es bei Konservativen, sagt die Politikerin der Linken.
Nicht selten wurde mir in meiner Leitungstätigkeit als Intendantin vorgeworfen, dass ich die jungen Schauspielerinnen zu sehr in mein Herz geschlossen hätte, was sich in ihrer guten Bezahlung, in kontinuierlichen schauspielerischen Entfaltungsmöglichkeiten, Kämpfen um Wohnraum, Prämienvorschlägen, Sorge um den Arbeitsschutz, Einrichtung einer Kinderstube u.a.m. widerspiegeln würde.
Für Lattmann-Kretschmer ist eine solche Förderung jedoch ein wichtiges Fundament, „um sich in der freien Szene zu behaupten“, sagt sie und erinnert sich an Peter Hacks, der meinte: „… ich müsste mich sehr irren oder Kunst hat nie einen anderen Sinn gehabt als Leben üben …“ Und dazu brauche es, fügt die frühere Intendantin hinzu, dass die Kunst von Frauen ihren gleichberechtigten Platz habe neben der von Männern.
Lattmann-Kretschmers Ausführungen stammen aus dem Aufsatz: „Geschlechtergerechtigkeit in der Kultur?”, der im Sammelband „Geschlechter Verhältnisse” veröffentlicht wurde; herausgegeben von Hella Hertzfeldt, Katrin Schäfgen und Silke Veth; erschienen im Karl Dietz Verlag.




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