Die Neue Bühne Senftenberg gibt mit dem Monolog „Eine verbotene Liebe“ am 29. Mai ein Gastspiel in Weimar.
Dargestellt wird darin die Beichte eines greisen Spions, der kurz vor seinem Tod sich der Last des Geheimnisses von Goethes standesungleicher Liaison mit der Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar entledigen will. Der Intendant Sewan Latchinian folgt damit dem Buch „Goethe und Anna Amalia – Eine verbotene Liebe?“. Der Autor Ettore Ghibellino versucht zu beweisen, Goethe habe mit Anna Amalia und nicht mit Charlotte von Stein eine Beziehung gehabt.
Für den Theaterkritiker Ernst Schumacher bedeutet der Monolog eine „scharfe Konkurrenz“ für Peter Hacks’ „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“.
In einer Pressemitteilung zur Aufführung in Weimar heißt es:
Während Hacks Goethe als einen impotenten Möchtegerncasanova darstellte, zeigte die Senftenberger Uraufführung Goethe als einem Mann aus Fleisch und Blut, der - obwohl im Räderwerk einer rigorosen Standesgesellschaft - gewitzt genug war, die ihm auferlegte Gratwanderung zwischen Politik und Liebe mittels eines Täuschungswerks zu meistern.
Hacks-Biograph Jochanan Trilse-Finkelstein dagegen begrüßt in der Zeitschrift Ossietzky (10/2009) ausdrücklich diesen Gegenentwurf. Hacks habe eben Pech gehabt, weil er 1974 die wirklichen Tatsachengrundlagen nicht gekannt habe. Sein „Gespräch“ bleibe dennoch ein gültiges Kunstwerk.




“Scharfe Konkurrenz” sagt Ernst Schumacher, - so ein altersdebiler Unsinn. Die “Stein” hat wieviele Inszenierungen gehabt? 210? 250? So in dem Dreh jedenfalls. Wenn “Eine verbotene Liebe” die 100. oder 150. Inszenierung bekommt, reden wir neu; aber bis dahin ist der Weg weit und - pardon! - steinig.
Und was das Inhaltliche betrifft: Wenn z.B. dem Brecht-Fan Ernst Schumacher einer nachwiese, dass der gute Mensch von Sezuan in Wirklichkeit aus Peking kam und eine Frau war, würde er dann fordern, das Stück müsse nun insgesamt umgeschrieben werden? (Ich wieder als Fan von allem, was nicht von Brecht kommt, würde genau das fordern. Aber das zählt nicht, denn ich fordere das ja sowieso.)
Schumacher hat einfach aus alten Zeiten einen Hass auf Hacks, den er in seine Theaterkritiken hineinrutschen lässt. Ernst Schumacher hat, was Hacks angeht, einen schielenden Blick.
Lieber GrAnThel,
wozu der schrille Ton; Sie vergessen darüber ja ganz das Argumentieren. Erstens, in der Welt will ich auch leben, in der die Anzahl der Inszenierungen etwas über die Güte eines Dramas verrät, und zweitens, was für ein Argument bei einem Stück, das gerade einen Monat alt ist. Drittens, Brecht tut nichts zur Sache. Viertens, die Silberblick-Affaire war schon als sie noch lustig war nicht sehr rühmlich für Hacks. Sie müssen zugeben, dass es nicht die originellste Art ist, sich die körperlichen Gebrechen des andern vorzunehmen.
Das einzige Argument wurde schon in dem Nabokov-Skandälchen - Sie erinnern sich - gesagt, als ruchbar wurde, dass der seine Lolita von Lichberg herhatte. Und auch dieses Argument war nur von Kraus, der Kerr über den Mund fuhr, weil dieser Brecht (derselbe tut-nichts-zur-Sache-Brecht) beim plagiieren erwischt hatte (call it namedroppig from hell): Wurscht, wo der Stoff des Werkes her ist. Zweimal Wurscht, ob er stimmt oder ausgesonnen ist; dreimal Wurscht, ob er geklaut, oder gekauft, ob die Forschung unterdessen klüger, oder dümmer ist. Letztlich kömmt das Werk aus dem Künstler und seine Wahrheit ist folglich eine künstlerische, d.i. allgemein-menschliche. Des Künstlers Welt besteht nicht aus Dingen und Relationen zwischen Dingen, sondern aus Material, aus Stoffen.
Dies vom Unterschied zu den Sterblichen.
Letzteren Absatz adressierten Sie an mich oder an Herrn Schumacher? Ich reiche den gern weiter.
Das Wort von der “Konkurrenz”, und dann auch noch mit einem überflüssigen Adjektiv aufgebläht zur “scharfen Konkurrenz”, ist nun einmal eines, das mich maßlos ärgert. Heißt der Herr also nicht nur Schumacher, sondern ist dazu ein Sportjournalist? Demnächst gibt es dann die Theatersportschau. “Hacks steigt auf in die Bundesliga! Trainerwechsel beim 1. FC Senfftenberg”.
Jeez!
Gottja, dass nun jedes goethebezügliche Monodram fürder zur “scharfen Konkurrenz” der “Stein” hochgejazzt werden wird beweist einerseits das Elend des Theaterbetriebs, andererseits die Ehernheit von Hacksens Massgaben in dieser Sache.
Was Sie eigentlich ärgert, das ist die theaterbetriebliche Art, Dramen und Inszenierungen gegeneinander zu beziehen. Theaterbetrieb, das ist die Erfindung der Konkurrenz unter Künstlern. Ich falle bei, das ist nicht nur maßlos ärgerlich, das ist zum Kotzen.
Und ja, der letzte Absatz geht an Schumacher. Sie sind nur so dicht dabei gestanden, dass sie vom Mündungsfeuer noch gestreift wurden.
Am besten wäre es, wenn man folgendes Theaterkritikergesetz erließe:
§ 1 Es ist Theaterkritikern verboten, in ihren Kritiken Analogien zu bilden.
§ 2 Es ist Theaterkritikern verboten, in ihre Kritiken Kenntnisse der Literaturwissenschaft inkl. der Literaturgeschichte einfließen zu lassen, sofern diese jünger als 50 Jahre sind. Jedem, der in einer Theaterkritik eine solche Kenntnis nachweist, dem muss der Theaterkritiker sein Honorar aushändigen.
§ 3 Es ist Theaterkritikern verboten, in ihren Kritiken Metaphern aus der Kriegs-, Sport- oder Wirtschaftswelt zu verwenden.
§ 4 Es ist Theaterkritikern verboten, die Namen der Mimen, Regisseure und Intendanten zu nennen.
§ 5 Wer zuwider handelt, wird mit grünem Salz bestrichen, an Händen und Füßen gebunden und nackt den Ziegen vorgeworfen.
§ 2a (Ergänzung) Gleichfalls ist Theaterkritikern verboten, Regieanweisungen zu geben oder andere Kenntnisse vorzutäuschen. Zuwiderhandlung: Eigenhonorar an die Fremdkompetenzkompromittierten.
§ 4 a (Ergänzung): Ausser gegen die Vorgenannten darf der Theaterkritiker seinen eigenen Namen gegen niemanden erwähnen.
§ 6 Es ist Theaterkritikern verboten, Theaterkritik zur Fummelecke ihrer Befindlichkeiten umzufunktionieren. Sie sollen einzig von der Inszenierung berichten und begründet urteilen. Zuwiderhandlung: Grünes Salz, Ziegen etc.
(um Vervollständigung wird gebeten)
§ 1a Der Theaterkritiker muss festhalten, ob alle Worte an der vom Dichter vorgesehenen Stelle gesprochen oder inwieweit sie verändert wurden. Abweichungen von den Regieanweisungen des Dichters sind ebenfalls festzustellen. Dem Theaterkritiker wird gestattet, dies notfalls in einer Fußnote zu tun.
§ 1b Die Theaterkritikeraufsichtsbehörde hat das Recht, den Theaterkritiker vor oder nach einer Inszenierung betreffs seiner Kenntnisse vom aufgeführten Werk und vom Gesamtwerk des entsprechenden Dichters sowie der betreffenden Kunstepoche zu examinieren. Hierbei wird insbesondere auf die korrekte Kenntnis des Textes des aufgeführten Werkes geachtet. Im Falle nachgewiesener Unkenntnis wird dem Theaterkritiker die Theatekritikerlizenz am Ort entzogen und er wird stante pede in die Fischmehlfabrik eingewiesen.
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§ 6 Es ist Theaterkritikern verboten, Theaterkritik zur Fummelecke ihrer Befindlichkeiten umzufunktionieren. Sie sollen einzig von der Inszenierung berichten und begründet urteilen.
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Besser:
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§ 6 Dem Theaterkritiker ist die direkte oder indirekte Verwendung folgender Worte verboten: Ich, mich, meiner, du, dich, deiner, Inner- (in allen Abwandlungen, ausgenommen Innereien), Gefühl- (i.a.A.), erleben/Erlebnis, tief/Tiefe, empfinden/Empfindung, Lebens- (i.a.A.).
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@ INAF
HABE GERADE EINE FILMKRITIK AN tHILLA DÜRJÖ GESCHRIEBEN-
V.A. IST UNBEGREIFLICH, WENN RANKÜNISCH MIR ALKFRL. VAN DE BOURGH VERWEIGERT WÜRDE, SCHUMACHER WEG SCHLECHTER MANIEREN ZU MIßBILLIGEN
(WEHLEIDGER GROLLENDER EGOTRIP).
PARDON, ICH EMPFIND DAS ALS TRITT GEGEN INFANTILES WOHLGERATENSEIN DER KÜPPELPOWER
Was bedeutet dieser Kommentar?
In der Tat, hier macht sich der Kommentar zum Kommentar nötig. Allein, meine weibliche Intuition sagt mir, dass es um Ihre Phrase vom “altersdebilen Unsinn” geht, ich bin nur unschlüssig, ob affirmierend oder nicht. Vermutlich sollte gesagt sein, dass weder hohes Alter noch Sehbehinderung schlechtes Benehmen rechtfertigen.
Ich kann da nur entgegnen, schlechtes Benehmen ist immer ungerechtfertigt; man kann es bisweilen verstehen und das ist schon das beste, was sich von ihm sagen läßt. Dannwieder befremden mich Menschen, die sich veranlasst fühlen, jeden, der sich ungezogen gegen Hacks beträgt, zurecht zu weisen. Ich denke mir, wer eine schlechte Kinderstube genoss, ist dann im hohen Alter auch durch die harscheste Zurechtweisung nicht mehr erziehbar. Unmut ok, muss raus. Richtigweisungen jedoch qua Argument.
vorweg da ich nur dilettierend theterkritikerin bleiben würde, kann ich das regelwerk über die lizenzen an diesen berufsstand weder begreifen noch wirklich die bedeutunsfrage so interessant finden, daß ich sie stellte.
priska ist wohl so zu verstehen, daß IHR der Herr S. wichtigere Fragen verstellte,wie ein solcher auch lucia (s. numa) aufhält und ungeduldig macht. ich kenne p nämlich und verachte ihn nicht.
ich bitte um mitteilung, wie man zu neuem thread kommt.
ALS IN ARGOS 1 HERR SCHIRRMACHER SICH AUFSTELLTE, DER PH LOBT „ ER DENKT WAS ER WILL UND WIE ER WILL“ SAH ICH ZU LANGE DRÜBER WEG, Daß dieses journalisten VOrLIEBEN DOCH BEI BURDASTAUFFENBERG-ZEUG (AUCH MIT FRAU BURDA ALS DÖNHOFFVERSCHNITT (KRACHABBEL-KRADOBBEL)) INNENMINISTERIELL GENEHM FILMISCH UND HAHA „IDEOLOGIEFREI“ ALS ROMANTIK VOR DEN KONSUM* GEKIPPT WIRD.
PRISKA HOFFT WOHL Daß PH. NICHT NUR KONTROVERS DISKUTIERT WIRD UND IST VIELLEICHT DER ANSICHT, pr DÜRFE, WAS pr WILL UND WIE prWILL SCHREIBEN, Z.B. FLAUBERTS LIT.-THEORIE SCHÄTZEN „MADAME BOVARY C’EST MOI“ UND REZENSIONen Z.B. ÜBER AMAZON ODER EIN LOKALES BLÄTTLE VERBREITEN,. ZWECKS VOLKSBILDUNG TZ TZ TZ. DOCH: QUOD LICET IOVI WIRD AUTOMATISCH SEHR SCHNELL VERSTANDEN.
EUROPA WÜRDE DA LIEBER WAS ANDRES LACHEND ERLAUBEN.—WELCHE RECHTE HAT DER OX, DER DA DRISCHT?, DIE MACHTLOSE MANKIND- PÖRßN? UND DIE ANDREN „LEISTUNGSFAKTORINNEN“ MIT BLAUROTEN HÄNDEN KEINE FAHNEN SCHWENKEND, DOCH DIE HIMMELSFARBEN NICHT SCHMÄHEND?
*LADENKETTE
Könnten wir uns bitte darauf einigen, dass gesperrte Schrift unterlassen wird?
Das wirkt im Internet wie ein SCHREIEN!
Und wer liest schon gern, was einer schreit?
also, ich hab nix gehört und mach mir halt die arbeit, obwohl es schwer fällt
pris hofft wohl daß ph. nicht nur kontrovers diskutiert wird und ist vielleicht der ansicht, pr dürfe, was pr will und wie pr will, z.b. Flauberts lit.-theorie schätzen und schreiben „madame bovary c’est moi“ - also die ungebeugte klytemnästra bis daß der jäger jäger kam (vgl. minima moralia, adorno)
antisakrale grüße
Antisakrale Grüße?
aye aye min jong