Der Rezensent Michael Opitz bescheinigt auf Deutschlandradio Kultur den Herausgebern der Anthologie “100 Gedichte aus der DDR” ein feines Gespür. Sie hätten “erstaunliches zusammengetragen”. Der Band sei eine überzeugende Auswahl - von den Hoffnungen bis zu den Abgesängen.
Nur beschränkt sich Opitz leider aufs bloße Aufzählen von Lyrikern und zeigt sich überrascht, dass auch Literaten wie Hartmut Lange oder Heinar Kipphardt in dem Band verteten sind. Die machten sich doch auch im Westen einen Namen.
Mit Kipphardt fühlte sich Hacks bekanntlich über zwei Jahrzehnte lang verbunden. Die Freundschaft endete aber im Streit, und Hacks schrieb dem Kipphardt-Biographen Adolf Stock vor 25 Jahren auf Anfrage:
Es ist richtig, ich war mit Kipphardt einmal eng befreundet. Aber das ist sehr lange her, gewissermaßen vor meiner Zeit. Ich habe da keine nennenswerten Erinnerungen … Kipphardt und ich hatten niemals ähnliche Meinungen.
Michael Opitz geht auf die Biographien der Literaten und auf die Aussageabsichten ihrer Gedichte nicht ein. Er kratzt nur an der Oberfläche, als handle es sich um Naturbetrachtungen aus dem 19. Jahrhundert, als gehe ihn die Epoche nichts an. Doch dafür wurde keines der 100 Gedichte geschrieben.




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