Sewan Latchinian ist der Intendant der Neuen Bühne Senftenberg. Dort hatte am Samstag Latchinians Stück Eine verbotene Liebe seine Uraufführung. Das Drama bezieht seinen Stoff aus einem Buch von Ettore Ghibellino , das nachzuweisen versucht, dass Goethe keine Liebesbeziehung zur Charlotte von Stein, sondern vielmehr zur Herzogin Anna Amalia gehabt habe.
Der nun in Senftenberg aufgeführte Monolog sei eine Replik auf Hacks’ Monodrama “Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe”, schreibt die Märkische Allgemeine Zeitung.
Im Gegensatz zu Hacks’ Stück - das der Dichter selbst lakonisch zusammenfasste: „Die Sache brachte Goethe weiter und machte die Stein fertig“ - versuche Latchinian, Goethe zu “rehabilitieren”, so die MAZ: Er rede von ihm als einem Mann aus Fleisch und Blut und sehe ihn nicht als den Frauenfresser, den Hacks in ihm vermutet habe.
Latchinians Fassung hält sich eng an Ghibellinos These und bringt Anna Amalia ins Spiel, lässt dabei aber Charlotte von Stein über die Klinge springen:
„Von Stroh“ müsse sie heißen, sagt das graue Männlein auf der Bühne, weil sie nur eine Strohfrau sei, ein Feigenblatt für Goethes eigentliche Liebe zu Anna Amalia … Charlotte von Stein, so sucht Latchinian nachzuweisen, war nicht jene Geliebte, von der die Biografen unbeirrt seit jeher reden. Goethe habe Frau Amalia geliebt, ein reifes Weib, doch halt kein statthaftes.
Weitere Aufführungstermine sind 2., 14., 15. und 22. Mai. - Wir werden versuchen, Herrn Latchinian zu seiner Meinung zu Hacks’ berühmtesten Stück zu befragen.




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