Peter Hacks Soirée

Wir möchten auf das Programm des VAT Verlag André Thiele anlässlich des 82. Geburtstages von Peter Hacks am kommenden Sonntag hinweisen:

Am Samstagabend lädt der Verlag um 19:30 Uhr zur Hacks-Soirée. Kenner und Freunde des Dichters lesen bei freiem Eintritt Texte vom und zum Dichter. Es besteht Gelegenheit zum angeregten Gespräch über Hacks und das Programm des Verlages. Treffpunkt ist das Restaurant „Ofenrohr“ in Leipzig-Gohlis.

Am Sonntag liest die Hacks-Vertraute Heidi Urbahn de Jauregui um 10:30 Uhr auf der Leipziger Buchmesse aus Ihrem Essay „Peter Hacks und die Frauen“ und diskutiert ihre Thesen mit Felix Bartels und André Thiele.

Alle Freunde des Dichters sind herzlich eingeladen!

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War Jesus Sozialist?

Dietmar Dath nervt gewaltig! Er hat ein neues Buch vorgelegt  - Sie sehen uns erbleichen, sind wir doch nicht einmal mit dem letzten durch. Und dann war da zwischendurch noch das über Rosa Luxemburg. Dath, das ist die Formel 1 des Denkens. Der Mann schreibt zum Verzweifeln schnell …

Man kann Daths Monographie als den gelungenen Versuch lesen, die theoretischen Gemeinsamkeiten zwischen Lenin und Luxemburg herauszuarbeiten. Die Kritik Luxemburgs an der straffen Parteiorganisation der Bolschewiki wird für Dath zum Eigentor. Vergleicht man, so schreibt er, den Verlauf der russischen Revolutionen von 1905 und 1917 mit dem der gescheiterten deutschen Revolution von 1918/19, dann hätten Lenins Argumente zumindest damals einiges für sich gehabt. Aber was heißt das für heute? Da ist erst einmal festzuhalten, dass es keinen inneren Zusammenhang zwischen Demokratie und kapitalistischer Entwicklung gibt. Die Gleichsetzung “freier Markt = Demokratie” habe nicht mal im Kalten Krieg, als der Kapitalismus sich von seiner schönsten Seite zeigen wollte, problemlos funktioniert.

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Ob Peter Hacks ein Antisemit gewesen sei?

Daniel H. Rapoport hat im letzten, fünften Heft des Hacks-Journals ARGOS einen beachtlichen Essay vorgelegt unter dem zugegebenermaßen etwas barocken Titel „Die reizlose Seite des Humanismus. Widerwillige Untersuchung der Frage, ob Peter Hacks ein Antisemit gewesen sei“.

Nachdem der Dichter Peter Hacks gestorben war, mehrten sich öffentlich vorgetragene Verdächtigungen, er hätte vielleicht ein heimliches Ressentiment gegen die Juden gehegt. Aus der Beschäftigung mit dieser Unterstellung ist der vorliegende Aufsatz entstanden.

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Jona als Wal? Gott als Behörde?

Dass der Prophet in seinem Lande nichts gilt, scheint sich gerade zu ändern; jedenfalls, was den Propheten „Jona“ aus Hacks’ gleichnamigem Stück angeht. Denn es findet eine Tagung statt:

Der problematische Prophet. Die biblische Jona-Figur in Exegese, Theologie, Literatur und Bildender Kunst

Veranstalter: Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ulrich Heinen, Prof. Dr. Wilhelm Kühlmann, Prof. Dr. Johann Anselm Steiger.
Datum, Ort: 23.03.2010-26.03.2010, Schloss Friedenstein, Forschungsbibliothek Gotha, Konferenzraum

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»Der Autor muß in den Vordergrund, nicht der Regisseur«

Auf diese Überschrift müssen wir natürlich anspringen! Die Zeitung junge Welt unternimmt ein Interview mit dem Komponisten Siegfried Matthus, der 1976 Hacks’ Werk „Omphale“ vertont hat. Leider relativiert sich die schöne Überschrift beim Lesen des entsprechenden Absatzes doch sehr:

Die Oper kriselt. Wir brauchen eine neue Sicht auf die Oper, eine Opernreform. Das Opernrepertoire wird immer enger. Außer Bizets »Carmen«, außer Mozart und Wagner gibt es fast gar nichts mehr. Neue Werke sind fast ganz verschwunden. Wir müssen junge Autoren ermutigen, für die Opernbühne zu schreiben, Stoffe zu finden, die das Heute gestalten. Der schöpferische Autor muß in den Vordergrund gerückt werden, nicht der Regisseur, der die alten Stücke neu erzählt.

Wie langweilig.

Ohne Ironie geht gar nicht

Das ist mal eine Freude: Nach junge Welt bringt jetzt auch die Wochenzeitung Der Freitag eine Hommage für den Hacks-Intimus André Müller senior aus Anlass von dessen 85. Geburtstag. Matthias Dell findet respektvolle, kluge und unterhaltsame Worte für diesen wichtigen und vollkommen vernachlässigten kommunistischen Schriftsteller:

Biografie ist ein Spiel, auf das der am 8. März 1925 in Köln geborene André Müller sen. sich nicht einlassen will. „Wenn man in Rom etwas werden wollte, lief man rum, zog die Toga hoch und zeigte seine Wunden. Das war der Beweis dafür, dass man für das Vaterland etwas getan hatte. Ich fand diese Prozedur verständlich – und irgendwie auch lächerlich. Ich werde keine Autobiografie schreiben. [...]“

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Hacks-Geburtstag im Zebrano-Theater

Am Sonntag, den 21. März, lädt das Zebrano-Theater in Berlin um 19:30 Uhr zum Hacks-Geburtstag ein.

Marco Tschirpke trägt „Der Himmel ist voll Dampf“, sein Programm mit Lieder von Peter Hacks vor. Er wird begleitet von der bezaubernden Pianistin Waejane Chen.

Neben den Kompositionen von Marco Tschirpke bereichern Hacks-Vertonungen von Sebastian Krämer, Matthias Binner, Henry Krtschil und Andre Asriel das Programm. DER HIMMEL IST VOLL DAMPF ist ein Liederabend mit kleinen Meisterwerken, die Hacks’ klassischen Geist im mitdenkenden Hörer wiederzuspiegeln vermögen.

Wer nicht kommen kann, kann sich „sozialen Netzwerk“ wenigstens auf CD anhören.

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Der Tod ist langweilig. Hacks bei Twitter

Heute morgen fiel uns auf, dass wir auf der Peter Hacks Seite vermehrt Besuch von dem „sozialen Netzwerk“ vulgo virtuellen Tratschplatz „Twitter“ erhalten.

Und: es rüttelt jemand deutlich hörbar an den Toren zur Unsterblichkeit. Jedenfalls hat Peter Hacks dort eine eigene Seite und langweilt sich offenbar so sehr, dass er es allen noch Lebenden sagen muss.

Wir freuen uns. Das ist gelogen. Wir sind genervt. Das Gestorbensein hat auch seine Vorteile. Wir werden jedenfalls bestimmt nicht jeden einzelnen „Tweet“ melden.

„Robert Havemann“. Ein Drama von Ionesco

Wikipedia sagt, Robert Havemann sei folgendes zugestoßen: Er konspirierte gegen die Nazis, wurde von denen ertappt und zum Tode verurteilt, dann aber setzten sie die Vollstreckung, weil er kriegswichtige Forschung machte, bis zum Kriegsende aus.  - Führt man sich diese Situation noch einmal vor Augen, weiß man, woher Ionesco seinen Stoff nahm.

Der Chemiker und Nationalpreisträger der DDR, der 1945 von der Roten Armee aus der Todeszelle im Zuchthaus Brandenburg befreit worden war, wandelte sich 60er Jahren vom ostdeutschen Starwissenschaftler zum Stardissidenten.

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Ein Volk. Ein Reich. Ein Beschwerdeführer.

Das Volk steht auf! Die ReclaBox beinhaltet nicht etwas, worein man sich die Nase schnäuzt, im Gegenteil, es sind aufgebrachte Bürger darin, denn ReclaBox, das ist die „beliebteste deutsche Verbraucherschutzseite“   - da fragt man sich unwillkürlich, ob es am Verbraucherschutz etwa auch deutsche Seiten gibt, die unbeliebt sind.

Die Sache läuft wie folgt: Jede Klemmtrine, die ernsthaften Menschen, die in Ruhe und Gelassenheit um eine Fahrkarte anstehen, durch nicht enden wollendes Debattieren mit dem armen Menschen am Schalter Stunden um Stunden an Lebenszeit kostet, jeder Zwangsaufreger und Bürgerrechtsaktivist kann bei ReclaBox eine Konto anmelden, dann bekommt er einen Namen, der zumeist in der Form „ReclaBoxler-153667399203394“ gebildet wird, was besonders spaßig ist, wenn „ReclaBoxler-1536673926503334“ einen Satz von „ReclaBoxler-15366739203323“ zitiert und „ReclaBoxler-153667399205436“ erheblichen Bedarf hat, einzubringen, was „ReclaBoxler-15366739126438990“ in diesem Zusammenhang zu „ReclaBoxler-1536673920049958834“ gesagt hat, und kann der Öffentlichkeit vortragen, was bisher nur der Kartenschalterbeamte stumm anhören musste:

Online ungültiges Ticket bei der Bahn gebucht!

Ich habe für meine Frau online eine Fahrkarte gebucht, jedoch mit meiner VISA-Karte bezahlt.

‘Ein Volk. Ein Reich. Ein Beschwerdeführer.’  »

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Von Hacks zu Droste

Ist Ihnen aufgefallen, dass es keine Clowns mehr gibt? Der Weltgeist scheint sie alle gefrühstückt zu haben.

Da gibt es eine richtige Traditionslinie, die beispielsweise über Ringelnatz, Peter Hacks und Peter Rühmkorf zu Wiglaf Droste oder Thomas Gsella führt.

Der Kerl heißt Maintz, kommt aber nicht von hier:

Kann man über anspruchsvolle Lyrik überhaupt lachen, Herr Maintz?

Ich finde: ja.

Also hat Nestroy doch noch eine Chance! Gottseidank. - Ich finde ja, man sollte alle selbstgefälligen Idioten, die auf Fragen mit einem “Ich finde: ja” antworten, einfach auf 10.000 Fuß aus dem Flugzeug werfen. Wollen doch mal sehen, ob sie dann noch jemand findet, ja?!